scary movie 3 (OV: dto.)

Start: 20.02.04
Lšnge: 83 min
Von: David Zucker (Regie)
Mit: Anna Faris, Charlie Sheen, Drew Mikuska, Darrell Hammond, Leslie Nielsen, Queen Latifah, Denise Richards, Pamela Anderson, u.a.

In der Regel ist man zwar immer erst nachher schlauer, im Falle der dritten "Scary Movie"-Auflage konnte es aber angesichts des recht bescheiden ausgefallenen Vorgängers und der daraus resultierenden Machtverschiebung am Regiesessel - an Stelle der Wayans-Bros übernahm David Zucker das Ruder - einfach nur besser werden.

Am eigentlichen Konzept der Reihe hat man aber natürlich wenig verändert. Nach wie vor wird auf jene Sorte gestandener Brachialität gesetzt, die stets am Abgrund des humoristischen Supergaus entlang tänzelt. Im Falle von "Scary Movie 3" geht der Spaß dieses Mal vor allem auf Kosten von Werken wie "Signs", "The Ring", "8 Mile" und der "Matrix"-Trilogie, allesamt Filme also, die gerade dazu einladen den ein oder anderen Seitenhieb anzubringen. Was sofort auffällt, ist der Umstand, dass Zucker den Fäkalhumor-Anteil des Vorgängers auf ein erträgliches Maß zurückschrauben konnte und statt dessen vermehrt auf Slapstick-Elemente setzt. Ein großes Plus für jeden Filmemacher ist es natürlich, die Hauptrolle mit Charlie Sheen besetzen zu können, immerhin gilt dieser seit "Hot Shots" und "Loaded Weapon" als wahre Ikone im Verballhornungsgenres. Ein Status, den er sich redlich mit Leslie Nielsen teilt, welcher hier ebenfalls sein "Scary Movie"-Debüt gibt und an alte "The Naked Gun"-Glanztage anknüpft. Dazu wartet der Film mit der gewohnt hohen Anzahl an Cameos auf, was das Ganze schlussendlich zu einem, mit 83 Minuten angenehm kurzweilig ausgefallenen, Unterhaltungs-Paket macht.

Wer hier allen Ernstes Anspruch und Niveau jenseits derber Scharmützel erwartet, dürfte die letzten Jahre Kinogeschehen wohl verschlafen haben. Dafür zeichnet sich "Scary Movie 3" wieder mit deutlich mehr Charme als sein Vorgänger aus - ein Verdienst, der sicher auf das Konto des neuen Autorenteams und David Zucker geht, die hier das Genre zwar natürlich nicht revolutioniert haben, aber immerhin für einen akzeptablen Lacher/Minute-Index sorgen konnten.

Nicolas Ossberger