school of rock (OV: dto.)

Start: 06.02.04
Lšnge:108 min
Von: Richard Linklater (Regie); Mike White (Buch)
Mit: Jack Black, Mike White, Joan Cusack, Sarah Silverman, Miranda Cosgrove, Kevin Alexander Clark, Robert Tsai, Maryam Hassan, u.a.

Gut zu wissen, dass auf einige Menschen wirklich immer Verlass ist. Selbst wenn die Prämisse, wie im Falle von "School of Rock", kaum Raum zur Hoffnung lässt, mit den richtigen Leuten am Ruder kann selbst das abschreckendste Thema zum Monatshighlight werden.

Der Februar scheint es gut mit uns zu meinen. Gleich zwei Filme sind es nämlich dieses Monat, die es demographisch unter anderem auch auf das Klientel zwischen 6 und 12 abgesehen haben dürften und die dennoch für gediegene Unterhaltung sorgen. Doch während Robert Rodriguez bei seiner "Spy Kids"-Trilogie den Vorteil hatte, den Knuffigkeitsfaktor seiner Darsteller hinter jeder Menge buntem Wahnsinn zu verstecken, musste Richard Linklater in seinem neuesten Werk auf ein einziges Tool vertrauen um einer ganzen Klasse voll neunmalkluger Gfrasta Herr zu werden: The one man too rule them all: Jack Black. Denn eines ist von Beginn an klar, "School of Rock" ist sein Film, der Film des JB, Meister des "Riga Goo Goos", Herrscher über alle Dio-Impersonifizierer dieses Planeten. Sein Funke ist es, der sowohl auf das Publikum, als auch seine 10-jährigen Kollegen überspringt. Dabei ist die Geschichte rasch erzählt, denn viel mehr als die übliche familienfreundliche Kost wird einem hier gar nicht geboten, doch was Drehbuchautor Mike White aus eben jener herausholt zeigt, das man eine Geschichte nur gut erzählen muss, damit sie a, funktioniert und b, nicht die geistige Frische von Freund und Feind in Frage stellt.

Im Mittelpunkt des Geschehen steht Dewey Finn (Jack Black), der hoffnungslose Fall vom Dienst, welcher es sogar schafft aus seiner eigenen Rock-Band rausgeworfen zu werden. Als er dazu auch noch plötzlich genötigt wird Miete zu bezahlen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich bei erstbietenden Gelegenheit als seinen Freund Ned Schneebly (Mike White) auszugeben um dessen Job als Aushilfslehrer an einer Eliteschule anzunehmen. Der Plan: für quasi geschenktes Geld vor ein paar Kids den Hangover der letzter Nacht auskurieren. Das Konzept geht auf, doch als er seine Schüler beim Musikunterricht belauscht, kommt ihm noch eine viel bessere Idee: "Schulprojekt Rockband". Sämtliche Fächer werden gestrichen, stattdessen wird geprobt, Aufgaben verteilt (Musiker, Roadie, Licht, Groupies) und Rockgeschichte studiert. Trotz anfänglicher Skepsis steigt der Enthusiasmus bei den Schüler von Tag zu Tag je näher das Ziel des anvisierte Bandwettbewerbes rückt. Doch die Rechnung haben sie ohne Schuldirektorin Mullins (Joan Cusack) und ihren Eltern gemacht, die spätestens als die Kinder mit AC/DC Platten nach Hause kommen und auffrisierten Haaren durch die Schule laufen die große Gefahr des Rock'n'Roll wittern.....

Richard Linklater kann mit sich zufrieden sein, denn es gibt kaum eine härtere Prüfung, als einen qualitativ wertvollen, kommerziellen Kinderfilm zu produzieren. Und während Jack Black mit "School of Rock" nun wohl endgültigen seinen weltweiten Durchbruch besiegelt haben durfte, bestätigt der texanischer Regisseur so in beeindruckender Art wiederholt seinen Status als einer der wohl begabtesten Filmemacher seiner Generation.

Nicolas Ossberger