final call (OV: cellular)

Start: 04.02.05
Lšnge: 94 min
Von: David R. Ellis (Regie), Larry Cohen (Buch)
Mit: Chris Evans, Kim Basinger, William H. Macy, Jason Statham, Jessica Biel, Noah Emmerich, Richard Burgi, Eddie Driscoll, Eric Etebari, u.a.

Der gute alte Action-Thriller Made in Hollywood befindet sich bekanntermaßen schon seit geraumer Zeit in einer kreativen Sackgasse. Und Besserung scheint dabei nicht in Sicht, zumindest wenn man David R. Ellis "Final Call" als Gradmesser für den Status Quo heran zieht.

Telefone sind wie kleine Kinder - unerträglich in öffentlichen Verkehrsmitteln und dazu prädestiniert jegliches Kinovergnügen bereits im Keim zu ersticken. Erstere dürften es Larry Cohen in letzter Zeit aber besonders angetan haben, denn nach "Phone Booth" folgt mit "Final Call" (a.k.a. "Cellular") gleich der nächste Klingelton-Streich aus seiner Feder. Zum Gesprächsteilnehmer wider Willen mutiert dieses Mal Chris Evans, der sich in der Rolle des Surfer-Boys Ryan plötzlich mit einer ihm unbekannten, verzweifelten Frauenstimme im Ohr konfrontiert sieht. Ihr Name sei Jessica Martin (Kim Basinger) und man hätte sie entführt und wenn die Leitung abbricht, wäre das ihr sicheres Todesurteil - kurzum der Tag am Strand ist im Eimer, nun heißt es gegen leere Akkus, Funklöcher und Standard-Bösewicht #81042 zu kämpfen. Ein Plot, so dünn, dass er alleine wohl nie für 90 Minuten gereicht hätte, weshalb es als Bonus-Feature noch William H. Macy als braven Polizisten zu bewundern gibt, der den Fall auf eigene Faust zu lösen gedenkt.

Es kommt nicht von ungefähr, dass der wahre Held von "Final Call" am Ende das freshe Handy-Modell von nebenan ist, beschleicht einem doch von Beginn an das Gefühl versehentlich in einen aus den Fugen geratenen Werbespot für Mobiltelefone geraten zu sein.

Nicolas Ossberger