wenn träume fliegen lernen (OV: finding neverland)

Start: 10.02.05
Lšnge:106 min
Von: Marc Forster (Regie), David Magee, Allan Knee (Buch)
Mit: Johnny Depp, Kate Winslet, Julie Christie, Radha Mitchell, Dustin Hoffman, Nick Roud, Joe Prospero, Freddie Highmore, Luke Spill, Kelly Macdonald, u.a.

Pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum der Urführung von "Peter Pan" bekommt J. M. Barrie nun sein längst hinfälliges Biopic-Treatment Marke Hollywood. Das Marc Forster zu Gunsten einer farbenfrohen Inszenierung die historische Authentizität in den Hintergrund treten lies, dürfte dabei wohl ganz im Sinne des Schriftstellers sein.

Es ist eine sehr simple Geschichte die in "Finding Neverland" den Rahmen zum Entstehungsmythos von "Peter Pan" bildet. Nachdem sein letztes Stück bei Publikum und Kritk gewaltig durchgefallen ist und ihm sein Produzent (Dustin Hoffman) daraufhin klar macht, dass es für alle Beteiligten hilfreich wäre, beim nächsten Mal einen echten Hit zu präsentieren, begibt sich James Matthew Barrie (Johnny Depp) auf Ideensuche. Bei einem Spaziergang durch den Park trifft er auf die Söhne der Llewelyn-Davis-Familie, welche sich schon sehr rasch als Quelle der Inspiration entpuppen. Die Freundschaft zwischen dem verheirateten Schriftsteller, den vier Knaben und deren verwitweter Mutter Sylvia (Kate Winslet) stößt in der Gesellschaft Londons auf wenig Gegenliebe, am wenigsten bei seiner eigenen Frau Mary Ansell (Radha Mitchell). Von all dem unberührt, beginnt Barrie für die vaterlosen Kinder die Fantasiewelt Neverland zu kreieren, in welche er bei seinen Besuchen die gesamte Familie entführt. So kommt ihm die Idee die gespielten Abenteuer zu seinem neuen Theaterstück zu machen, sehr zum Entsetzen der Schauspieler, deren Begeisterung sich in engen Grenzen hält, ob der Aussicht sich in Tierkostümen über die Bühne wälzen zu müssen..

Trotz konstanter Weichzeichnung, verkommt "Finding Neverland" nur in den seltensten Momenten zu einem echten Rührstück, denn Johnny Depp gibt überzeugend den Kind gebliebenen Erwachsenen, für den die Grenze zwischen Fantasie und Realität keine absolute Konstante darstellt. Das mag mit dem realen Leben Barries nicht unbedingt viel gemein haben, als Märchen funktioniert es aber allemal.

Nicolas Ossberger