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sideways (OV: dto.)
Start: 04.02.05
Länge:127 min
Von: Alexander Payne (Buch & Regie), Jim Taylor (Buch)
Mit: Paul Giamatti, Thomas Haden Church, Sandra Oh, Virginia Madsen, Marylouise
Burke, Jessica Hecht, u.a.
Männer
am Scheideweg haben bei Alexander Payne offensichtlich einen Stein im
Brett. Denn nach den Einblicken in Jack Nicholsons Pensionistendasein
("About Schmidt") folgt mit "Sideways" nun die Geschichte
zweier Freunde und ihrer in voller Blüte stehenden Midlife Krisen.
Miles
(Paul Giamatti) ist so unglücklich wie er aussieht. Seine Ex-Frau,
von deren Trennung er sich nie erholt hat, setzt zur nächsten Heirat
an und der Lebenstraum vom Schriftstellertum rückt Dank zahlloser
Absagen diverser Verleger in immer weitere Ferne. Auf den Beinen hält
ihn nur noch seine Begeisterung für guten Rotwein und die Aussicht
mit seinem Freund Jack (Thomas Haden Church) vor dessen Hochzeit eine
Woche lang das Santa Ynez Valley zu beackern. Doch die Erwartungshaltung
der beiden Männer hinsichtlich des gemeinsamen Ausflugs könnte
konträrer nicht sein, denn während Miles einen minutiös
geplanten Nobelrausch-Parcours für sich und seinen Kumpel ausgearbeitet
hat, besteht dessen Motivation in erster Linie darin, seine letzte Junggesellenwoche
dadurch zu veredeln indem er noch einmal möglichst viele Frauen abschleppt.
Das Freundschaftsdrama ist vorprogrammiert und wüsste man es nicht
besser, man könnte beinahe meinen in einem klassischen Teen-Drama
gelandet zu sein. Hier der Geek mit dem unsichtbaren großen L auf
der Stirn, der sich volltrunken um Kopf und Kragen plappert, da der Jock,
der natürlich schon beim ersten Double-Date (feat. Sandra Oh und
Virginia Madsen) die Schäfchen ins Trockene bringt. Das Problem:
am Ende der Woche wartet auf die Protagonisten kein neues Schuljahr, sondern
der grauer Alltag und eine Ehefrau in spe - eine Gewissheit, die sich
mit Fortdauer des Ausflugs auf das Gemüt aller Beteiligen schlägt.
Es
ist in erster Linie Thomas Haden Church und Paul Giamatti zu verdanken,
dass "Sideways" niemals die Balance zwischen Komik und Dramatik
verliert, wo dem Film mit all seinen stets ein wenig zu clever wirkenden
Allegorien in manchen Phasen doch merklich die Luft ausgeht. Nichtsdestotrotz
ist Payne hier ein äußerst sehenswerter Chick-Flick für
Männer gelungen, der die ihm zuteil gewordene Aufmerksamkeit durchaus
verdient.
Nicolas Ossberger
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