| das leben des david gale (OV: the
life of david gale)
Start: 14.03.03
Länge: 130 min
Von: Alan Parker (Regie)
Mit: Kevin Spacey, Kate Winslet, Laura Linney, Gabriel Mann, u.a.
Irgendetwas
muss im Hause Parker in den letzten Jahren ziemlich schief gegangen sein.
Anders ist seine zuletzt immer häufiger an den Tag gelegte filmische
Moralkeule kaum zu erklären. Nach dem Rührstück "Angela's
Ashes" und der Angst und Schrecken verbreitenden Adaption von "Evita"
folgt nun mit "The Life of David Gale" des Regisseurs Auseinandersetzung
mit dem Thema Todesstrafe.
David
Gale (Kevin Spacey) sitzt wegen Mordes in der Todeszelle. Ein Umstand
den man durchaus als Ironie des Schicksals bezeichnen könnte, kämpfte
der Uniprofessor doch Zeit seines Lebens aktiv für die Abschaffung
der selbigen. Bis hierher: alles schön und gut, doch leider hat man
zu diesem Zeitpunkt noch gut zwei Stunden vor sich, was im Falle von "The
Life of David Gale" nichts Gutes bedeutet. Sämtliche Figuren,
von der ehrgeizigen, aber dennoch menschlich gebliebenen Reporterin Elizabeth
"Bitsy" Bloom (Kate Winslet), über das Opfer, die Frau
mit Lebensaufgabe aber ohne Leben, Constance Harraway (Laura Linney) bis
hin zum ständig herumschleichenden Cowboy der ganz sicher irgendwas
mit der Sache zu tun hat, wirken wie 1:1 aus dem Klischeehandbuch für
Thriller-Charaktere abgepaust. Dementsprechend schwer fällt es einem
sich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Selbst als Gale im Laufe der
Geschichte immer weiter die soziale Leiter hinabsteigt, hat man für
sein Schicksal kaum mehr über als ein Achselzucken.
Kein
Wunder also, dass das Schicksal der Figuren wie nach Schema F seinen vorherbestimmten
Lauf nimmt. Die zu Beginn noch mit einer ordentlichen Portion Fingerzeig
ausgeschlachtete Todesstrafen- Thematik, entpuppt sich schlussendlich
nur als storytechnischer Steigbügelhalter für sämtliche
Verschwörungstheorien in Sachen "Die texanische Rechtsprechung
und ich". Alles in allem: äußerst entbehrlich.
Nicolas Ossberger
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