solaris (OV: dto.)

Start: 07.03.03
Lšnge: 99 min
Von: Steven Soderbergh (Buch & Regie)
Mit: George Clooney, Natascha McElhone, Jeremy Davies, Ulrich Tukur, u.a.

Das man in Hollywood zuletzt einen dramatischen Anstieg in Sachen Remakes verzeichnen musste, dürfte ja halbwegs Filminteressierten nicht entgangen sein. Ebenfalls in diese Kerbe schlägt in diesem Jahr das "Titanic"-Duo James Cameron, als Produzent, und Steven Soderbergh, mit ihrer Neuinterpretation des Sovjet-Klassikers "Solaris", nach dem gleichnamigen Roman von Stanislaw Lem.

Der Psychiater Dr. Chris Kelvin (George Clooney) ist sich selbst der bester Kunde, denn seit dem Verlust seiner großen Liebe (Natasche McElhone) tümpelt sein Leben antriebslos vor sich hin. Den Auftrag, die Crew der Spacestation Prometheus zu untersuchen, nimmt er mit wenig Begeisterung an und das auch nur, weil ihn sein alter Freund Dr. Gibarian (Ulrich Tukur), seines Zeichens der Missionsleiter, eindringlich darum bittet. Doch die Vorfreude auf das Wiedersehen wehrt nur kurz. Gibarian ist tot, zwei weitere Besatzungsmitglieder leiden unter den Symtomen von schweren Stress. Kelvin erfährt bereits in der ersten Nacht am eigenen Leibe, wer oder was für das Scheitern der Mission verantwortlich ist: der von der Station umkreiste Stern Solaris nämlich. Dieser sorgt dafür, dass sich die stärksten Emotionen der Bordmannschaft in humanoider Form manifestieren, kein Wunder also, als der gefrustete Seelenklempner plötzlich neben seiner wie's scheint putzmunteren Frau aufwacht. Als erste Reaktion beschließt er das Wesen in den Weltraum zurückzuschicken, ohne Erfolg, denn bereits in der nächsten Nacht liegt Rheya wieder neben ihm. Das Wesen, ein Spiegel all seiner Erinnerungen an seine tote Frau, reißt noch längst nicht verheilte Wunden auf und bringt Kelvin dazu, sich erneut durch ein Meer von Schuldgefühlen und Selbstmitleid zu kämpfen.

Ruhig und sehr distanziert zeichnet Soderbergh die Beziehung zweier Liebenden nach, welche die einmalige Chance erhalt, über den Tod hinaus weiterzubestehen. Klingt schrecklich kitschig, ist es auch. Eingebettet in einen der wohl nervtötendsten New Age-Scores der letzten Jahre, steuert Clooney zwangsläufig auf ein an Pseudo-Symbolismus kaum noch zu übertreffendes Ende zu. Wenn Aliens in Form von kleinen Kindern Hände reichen, ist es Schluss mit lustig, da kann auch das, fast schon penetrant, als Kubrick-Hommage angelegte Finale nicht darüber hinweg täuschen.

Nicolas Ossberger