out of time (OV: dto.)

Start: 12.03.04
Lšnge:107 min
Von: Carl Franklin (Regie); David Collard (Buch)
Mit: Denzel Washington, Eva Mendes, John Billingsley, Sanaa Lathan, Dean Cain, Chae, Robert Baker, Alex Carter, Antoni Corone, Terry Loughlin, u.a.

20 Millionen Dollar Gage einzig und allein für das Mitwirken in einem mittelprächtigen Thriller an den sich in spätestens zwölf Monaten sowieso keiner mehr erinnern wird können? Die Entscheidung dürfte Denzel Washington wohl verhältnismäßig leicht gefallen sein.

Allzu viel abverlangt hat ihm die Rolle des Polizeichefs Matt Lee Whitlock jedenfalls nicht, ist die Story von "Out of Time" doch so bieder wie nur irgend möglich. Im kleinen Küstenstädtchen Banyan Key lässt es sich gut leben, nur die hausgemachte Scheidung zerrt ein wenig am Nervenkostüm. Da kommt es natürlich wie gelegen, dass man sowieso schon eine neue Affäre am Laufen hat. Der sonnige Alltag bekommt jedoch einen jehen Sprung im Lack, als seine neue Flamme (Sanaa Lathan) mit Krebs diagnostiziert wird. Damit ihr Ehemann Chris (Dean Cain) nicht an die Lebensversicherung kommt, überschreibt sie diese an Whitlock, was diesen wiederum keine 24 Stunden später in einer durchaus prekäre Situation bringt, fackelt doch über Nacht der Bungalow des Ehepaars Harrison ab. Eben noch der Hüter des Gesetzes, schon Mr. Hauptverdächtig in einem Mordfall, welcher zu allen Überdruss auch noch von seiner Beinahe-Ex-Frau Alex (Eva Mendes) geleitet wird. Klingt alles irgendwie verdächtig bekannt? Kein Wunder, funktioniert "Out of Time" doch ausschließlich nach Schema F. Inhaltliche Vorhersehbarkeit bis zum Abwinken, gepaart mit schablonisierten Charakteren - wer Kinosäle als Ort der geistfreien Berieselung ansieht, dürfte hier glücklich werden.

Für den einzigen Lichtblick in "Out of Time" sorgt John Billingsley, der als Sidekick von Denzel Washington noch das Beste aus der Situation macht und all seinen namhaften Co-Stars dabei ziemlich die Show stiehlt. Was jedoch nicht über die generelle Durchschnittlichkeit von Carl Franklins Werk hinwegtäuschen kann und soll.

Nicolas Ossberger