welcome to the jungle (OV: the rundown)

Start: 12.03.04
Lšnge:104 min
Von: Peter Berg (Regie); James Vanderbilt, R.J. Stewart (Buch)
Mit: Dwayne "The Rock" Johnson, Seann William Scott, Christopher Walken, Rosario Dawson, Ewen Bremner, Jon Gries, William Lucking, u.a.

Gut, zugegeben - die hohe Kunst des Kinos ist möglicherweise anderswo zu Hause. Dennoch kann man Peter Bergs Zweitwerk "Welcome to the Jungle" einen gewissen Charme nicht absprechen. Vorausgesetzt natürlich, man ist in der Lage sich an gänzlich sinnfreier Action-Beschallung zu erfreuen.

Seinen Unterhaltungswert verdankt der Film in erster Linie der exzellent ausgewählten Besetzung, denn story-technisch leistet sich "Welcome to the Jungle" keine kreativen Kapriolen. Doch wer mit Dwayne "The Rock" Johnson, Seann William Scott und Meister Christopher Walken gleich drei geborene Entertainer in seinen Reihen weiß, braucht eigentlich sowieso nur noch laut "Action!" brüllen. Was die erzählerische Dramaturgie in erschreckend kurzer Weise auch schon wieder zusammengefasst hätte, verzichtet der Film doch zu Gunsten von heiteren Kampfszenen, Close-Ups von eingeölten Oberkörpern und jeder Menge One-Liner weitestgehend auf Handlung. Was dem Vergnügen aber keinerlei Abbruch tut, denn auch wenn das Skript in Sachen Extravaganz nicht viel hergibt (Kopfgeldjäger sucht Sohn von Boss, Sohn von Boss sucht Artefakt im Dschungel, böser Sklaventreiber will alles für sich), so peitscht es seine Hauptfiguren doch zumindest durchs Geschehen. Was schlussendlich dann so aussieht wie eine Mischung aus "Wrestlemania XIX", "Raiders of the Lost Arc" und "Dude, Where's My Car?".

Fans von The Rock werden sicherlich nicht enttäuscht sein, ist der Film doch voll und ganz auf den WWE-Superstar zugeschnitten (Rock Bottom inklusive). Und trotz des Umstandes, dass man hier deutlich ohne Extravaganzen auf Nummer Sicher gehen wollte, entpuppt sich "Welcome to the Jungle" schlussendlich als gekonnt inszeniertes Popcorn-Kino mit Augenzwinkern.

Nicolas Ossberger