| adaption (OV: adaptation)
Start: 04.04.03
Länge: 114 min
Von: Spike Jonze (Regie)
Mit: Nicolas Cage, Meryl Streep, Chris Cooper, Cara Seymour, Brian Cox,
Tilda Swinton, Ron Livingston, Catherine Keener, John Cusack, Jim Beaver,
u.a.
Mit
"Beeing John Malkovich" schuf das Duo Spike Jonze und Charly
Kaufman eines der irrwitzigsten und außergewöhnlichsten Debüts
der letzten Jahre, ein Film der ausnahmsweise nicht nur bei der Kritik
Anklang fand, sondern auch kommerziell reüssierte. Bühne auf
für den berühmt-berüchtigten Film "danach": "Adaptation".
"Es
ist alles sehr kompliziert". Weise Worte, die nicht nur einst eine
tragende Persönlichkeit unserer Nation sprach, sondern auch ziemlich
gut die ersten Eindrücke von "Adaptation" beschreiben..
Auftritt Charly Kaufman, not himself, sondern in Form von Nicolas Cage.
Ort: das Set von "Beeing John Malkovich", Daseinsberechtigung:
seine Funktion als Autor des Scripts. Gefühlslage: unter Null. Grund:
manische Selbstverzweiflung aufgrund des nicht aufzuhaltenden Scheiterns
an seinem nächsten Projekt. Diese sieht wie folgt aus: ein Drehbuch
für die Adaption von Susan Orleans (Meryl Streep) Bestseller "The
Orchid Thief" zu verfassen. Status: Leider ist das Buch absolut unverfilmbar.
Kein große Hilfe: Zwillingsbruder Donald, seines Zeichens nicht
real und wahrscheinlich genau deshalb in den Credits als Co-Autor aufgeführt
und für einen Oscar nomminiert worden. Und während Charly damit
kämpft, dass sein völlig untalentiertes zweites Ich dank der
vermeintlichen Hilfe des Drehbuchgurus Robert McKee (Brian Cox) ein katastrophales
Script für einen Serial-Killer-Thriller mit dem Titel "The Three"
(Opfer, Täter, Polizist - alle eine Person!) fabriziert und dafür
auch noch Frauen, Geld und Ruhm erntet, begibt sich Susan Orleans auf
die Suchen nach John Laroche (Chris Cooper), den Orchideen-Dieb. Und sich
selbst.
Es
gehört schon eine ordentliche Portion Ego-Trippin' dazu, um ein Projekt
wie "Adaptation" zu verwirklichen. Mit tonnenschweren Augenzwinkern
vollführen Jonze und Kaufman hier einen brillianten Drahtseilakt
irgendwo zwischen Parodie und Selbstdarstellung in Reinkultur, mit dem
Ergebnis eine der intelligentesten Komödien seit......ihrer letzten
gemeinsamen Schandtat fabriziert zu haben.
Nicolas Ossberger
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