confessions of a dangerous mind (OV: dto.)

Start: 24.04.03
Lšnge: 113 min
Von: George Clooney (Regie)
Mit: Sam Rockwell, Drew Barrymore, George Clooney, Julia Roberts, Rutger Hauer, Jerry Weintraub, u.a.

Die zurecht immer größer werdende Anhängerschar von Charlie Kaufman kommt derzeit voll und ganz auf ihre Rechnung. Nach "Adaptation", seiner brillanten zweiten Zusammenarbeit mit Spike Jonze, folgt mit "Confessions Of A Dangerous Mind" nun gleich der zweite Streich des Script-Junggottes innerhalb kürzester Zeit..

Die Verfilmung von Chuck Barris Autobiographie war ja eigentlich längst überfällig. Das sich nun ausgerechnet Charlie Kaufman der Lebensgeschichte des Erfinders der US-TV-Klassiker "The Dating Game" und "The Gong Show" angenommen hat macht natürlich Sinn, denn wer wenn nicht der Meister der gesunden Absurdität wäre besser geeignet um eine der wohl haarsträubendsten Showbiz-Lebensgeschichten aller Zeiten für die große Leinwand zu adaptieren. Allzu oft kommt es nämlich nicht vor, dass ein Fernseh-Star von sich behauptet jahrelang nicht nur in der Entertainment-Branche seine Brötchen verdient zu haben, sondern nebenher auch noch für den CIA über dreißig Leute gekillt zu haben. Als eine Suche nach dem Wahrheitsgehalt dieses Geständnisses hat George Clooney sein Regiedebüt allerdings nicht angelegt. Im Gegenteil, denn eigentlich ist "Confessions Of A Dangerous Mind" nichts anderes als ein herkömmliches Biopic, allerdings über eine Person in deren Leben augenscheinlich nichts herkömmliches passiert ist. Was übersetzt soviel bedeutet wie dass sich die Geschichte von einer jenseitigen Episode zur Nächsten hantelt. Da kann es dann auch schon einmal passieren, dass zwei "Herzblatt"-Kandidaten unwissenderweise als Cover nach Helsinki geschickt werden, nur weil Mr. Barris eben dort einen Hit zu erledigen hat.

"Confessions Of A Dangerous Mind" hat seine Momente. Genau darin liegt aber auch der Hund begraben, denn mehr als eine Aneinanderreihung liebevoll in Szene gesetzter Absurditäten ist der Film schlussendlich nicht geworden. Was das Kinovergnügen leider ein wenig schmälert, denn so unterhaltsam die phasenweise völlig aus den Fugen geratende Story auch sein mag, so ermüdend ist sie auch. Was bleibt ist ein fulminanter Sam Rockwell in einer seiner besten Rollen, die Tatsache, dass endlich wieder jemand den Schneid gehabt hat Rutger Hauer zu casten und ein Regiedebüt, welches hätte auch durchaus schlimmer verlaufen können.

Nicolas Ossberger