| dreamcatcher (OV: dto.)
Start: 07.03.03
Länge: 134 min
Von: Lawrence Kasdan (Regie)
Mit: Morgan Freeman, Thomas Jane, Jason Lee, Donnie Wahlberg, Damian Lewis,
Timothy Olyphant, Tom Sizemore, Ingrid Kavelaars, Alex Campbell, u.a.
Aus
welchem Grund finden sich eigentlich nach wie vor immer noch Menschen
die sich einbilden Stephen King Romane verfilmen zu müssen. Nicht
dass der Schreiber dieser Zeilen ein großer Huldiger des Autors
wäre und deshalb argwöhnisch gleich Häresie wittert, eher
im Gegenteil, dennoch scheinen seine Werke etwas an sich zu haben, das
professionelle Filmadaptierer magisch anzieht.
In
den seltensten Fällen ist es bisher gelungen, King's Fantasien glaubhaft
auf die Leinwand zu bringen. "Dreamcatcher" macht diesbezüglich
die ersten zwanzig Minuten eine Ausnahme. Die Geschichte rund um vier
Freunde, die seit ihrer Kindheit und der Begegnung mit einem scheinbar
behinderten Jungen telepathisch miteinander verbunden sind beginnt zügig.
Alljährlich trifft man sich zur Jagd in einer kleinen Holzhütte
im wäldlichen Umland von Maine. Doch der Spaß findet sein abruptes
Ende als plötzlich ein scheinbar geistig verwirrter Mann vor der
Türe steht und dabei alles nur keinen stubenreinen Eindruck hinterlässt.
Schon bald stellt sich heraus, dass in seinen Eingeweiden ein Wurm nistet,
welcher gerade im Begriff ist sich seinen Weg aus dem Körper seines
Gastgebers zu bahnen. Als dann auch noch die Tiere beginnen fluchtartig
den Wald zu verlassen und über der Hütte plötzlich US-Militärhubschrauber
kreisen, ist die Hoffnung groß, hier ein ziemliches Spektakel erleben
zu dürfen. Doch wie so oft hat man sich auch hier viel zu früh
gefreut. Denn was sich da als durchaus nette Hommage an John Carpenters
"The Thing" angelassen hat, entpuppt sich schlussendlich als
eine in allen Belangen völlig gescheiterte Genreparodie wider Willen.
Aliens,
die sich mit ihren Artgenossen aus "Signs" ausschnapsen dürfen
wer denn nun cheesier ist, ein hirnrissiger Militärplot, der vollkommen
aus dem Nichts auftaucht und ein paar an wirrer Logik kaum zu übertreffende
Erklärungsversuche treiben einem die Freude an "Dreamcatcher"
jedenfalls rasch aus. Was bleibt ist ein in seiner Detailverliebtheit
völlig überladenes Sci-Fi-Werk, dessen Wirkung man dann doch
lieber der eigenen Fantasie hätte überlassen sollen.
Nicolas Ossberger
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