big fish (OV: dto.)

Start: 08.04.04
Lšnge:125 min
Von: Tim Burton (Regie); John August (Buch); Philippe Rousselot (Kamera)
Mit: Ewan McGregor, Albert Finney, Jessica Lange, Helena Bonham Carter, Steve Buscemi, Danny DeVito, Billy Crudup, Matthew McGrory, u.a.

Es lag nahe, dass sich Tim Burton der Verfilmung von Daniel Wallace Roman "Big Fish - A Novel of Mythic Proportions" annehmen würde. Eine Geschichte, die dem optisch wohl talentiertesten Regisseur Hollywoods wie auf den Leib geschneidert zu sein schien.

Betrachtet man "Big Fish" aus rein handwerklicher Perspektive, könnte man dem Kalifornier eventuell sogar zu seinem Meisterstück gratulieren, wären da nicht diese dramaturgischen Ausritte, welche den Film am Ende beinahe jeglicher Magie berauben. Eingebettet in das im Mainstreamkino der Gegenwart ja beinahe schon in Vergessenheit geratene Thema des guten alten Vater-Sohn-Konflikts, schickt Burton seinen Helden Edward Bloom (Albert Finney, Ewan McGregor, Perry Walston) durch ein im wahrsten Sinne des Wortes phantastisches Leben. Hexen, Riesen, magische Wälder - den Reminiszenzen Blooms lauscht jeder gerne. Jeder, mit Ausnahme seines Sohnes Will (Billy Crudup), der kann die vermeintlichen Lügenmärchen seines Erzeugers schon lange nicht mehr hören, hat er doch als Kind fest an dessen Worte geglaubt. Nach drei Jahren des Schweigens unternimmt Will dennoch einen finalen Versöhnungsversuch um mit seinem ans Sterbebett gefesselten Vater ins Reine zu kommen. Ein letztes Mal begibt er sich in dessen Reich der Ungeheuerlichkeiten, um endlich dahinter zu kommen wer dieser Mann wirklich ist.

Es ist fast schon Ironie des Schicksals, dass "Big Fish", bei all der Fantastik die Burton in wahrhaft atemberaubenden Bildern auf die Leinwand zaubert, am Ende an der Realität scheitert. Ausgerechnet da wo aus Imagination und Existenz ein großes Ganzes hätte werden sollen, läuft der Film brutal ins offene Tränendrüsenmesser.

Nicolas Ossberger