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timeline (OV: dto.)
Start: 30.04.04
Länge:115 min
Von: Richard Donner (Regie);
Mit: Paul Walker, Frances O'Connor, Gerard Butler, Billy Connolly, Anna
Friel, Neal McDonough, Ethan Embry, Michael Sheen, Lambert Wilson, u.a.
Endlich
wieder ein Fall für das gute, alte Department of Temporal Investigations.
Es ist zwar fraglich ob sich die Herrn Dulmur und Lucsley extra für
Richard Donners "Timeline" von Sternzeit 4523.7 zurück
ins 21. Jahrhundert begeben werden, ein paar neue graue Haare wären
ihnen gegebenenfalls jedoch sicherlich gewiss.
Denn
als wäre das Plotvehikel "Zeitreise" nicht an sich schon
ein äußerst wackeliges Pferd auf drei Beinen, geht der Spaß
im Falle von "Timeline" noch ein ganzes Stück weiter. In
Richtung Abgrund nämlich, denn selten zuvor hat jemand so ein schönes
B-Movie aus einem 80 Millionen Dollar Budget herausgeholt. Unnötig
zu erwähnen, dass der aufgrund katastrophaler Testscreenings mehrfach
radikal umgeschnittene Film komplett an der Box Office unterging und schon
jetzt zu den größten Flops der letzten Jahre zählt. Zu
unrecht, denn drückt man angesichts der absurden Story einmal beide
Augen zu, bietet "Timeline" knapp zwei Stunden rasante Unterhaltung,
die zwar in 9 von 10 Fällen Straight to Video wandert, in Sachen
Kurzweil aber durchaus zu überzeugen weiß. Wer nicht mehr von
diesem Film erwartet, als eine im Mittelalter gestrandete (don't ask...)
Gruppe von Menschen, die Vorort um ihr Leben rennt und dabei allen Star
Trek Lehren zum Trotz mal mehr mal weniger freiwillig an unser aller Zeitlinie
herumpfuscht, wird hier sicher voll und ganz auf seine Rechnung kommen.
Persönliche Vorlieben für künsterlischen Humbug wie schauspielerische
Leistungen, logische Handlungenabfolgen und pfiffige Dialoge sollten man
jedoch besser gleich am Kassenschalter abgeben.
Scheitern
im großen Stil hat gerade im Filmgeschäft seit jeher seinen
besonderen Reiz. "Timeline" passt da gut ins Bild, immerhin
wurde der Film vom Studio derart in die Mangel genommen, dass am Ende
noch nicht einmal mehr der Originalscore gepasst hat, weshalb ein neuer
hinterher komponiert werden musste. Ein Beispiel das verdeutlicht wie
viel hier insgesamt schiefgegangen ist und wie nah Genie und Wahnsinn
manchmal doch zusammenliegen.
Nicolas Ossberger
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