the cooler (OV: dto.)

Start: 07.05.04
Lšnge:102 min
Von: Wayne Kramer (Buch & Regie); Frank Hannah (Buch)
Mit: William H. Macy, Alec Baldwin, Maria Bello, Shawn Hatosy, Paul Sorvino, Ron Linvingston, Estella Warren, Joey Fatone, M.C. Gainey, u.a.

Eigentlich hätte Wayne Kramers Debüt "The Cooler" ein klarer Selbstläufer werden müssen - ausgestattet mit einer Grundidee die vielversprechender kaum sein kann und einem außergewöhnlichen Ensemble. Das am Ende dennoch leise Enttäuschung vorherrscht, belegt dass der Teufel manchmal wirklich nur im Detail steckt.

Festzumachen ist dieser spezielle Umstand im Falle von "The Cooler" jedoch nicht an einzelnen Personen oder dramaturgischen Feinheiten. Vielmehr verspricht die Geschichte des Unglücksraben Bernie Lootz (William H. Macy), der seine Gabe alles und jeden in sein Elend mit hinunterziehen zu können zum Beruf gemacht hat, mehr als sie hergibt. Zu gut klingt die Story vom Loser, der seine Spielschulden bei Casino-Besitzer Shelly Kaplow (Alec Baldwin) damit abarbeitet, dass er durch seine bloße Anwesenheit Gewinnsträhnen und Glücksläufe anderer zum abrupten Versiegen bringt. Doch eben nicht der Job als "Cooler" steht im Mittelpunkt des Geschehens, sondern der Rest seiner traurigen Existenz. Wie die Kellnerin Natalie (Maria Bello) beispielsweise oder seine Pläne für die Zeit nach Vegas. Was dazu führt, dass der Film rasch in ein harmloses Melodrama abgleitet, welches leider nicht einmal ansatzweise die Versprechen der ersten zwanzig Minuten einhalten kann. Ohne den als Raubein der alten Schule brillierender Alec Baldwin wäre "The Cooler schlussendlich jedenfalls wohl kaum über den Status als bemühtes Erstlingswerk hinausgekommen.

Eine verpasste Chance, denn auch wenn "The Cooler" im Großen und Ganzen als nettes Indie-Werk durchgeht, so fehlt dem Film, abseits von starken Einzelauftritten, am Ende dann doch das gewisse Etwas.

Nicolas Ossberger