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the day after tomorrow (OV: dto.)
Start: 21.05.04
Länge:124 min
Von: Roland Emmerich (Buch & Regie); Jeffrey Nachmanoff (Buch)
Mit: Dennis Quaid, Jake Gyllenhaal, Ian Holm, Emmy Rossum, Sela Ward,
Dash Mihok, Kenneth Welsh, Jay O. Sanders, Austin Nichols, Perry King,
u.a.
Roland
Emmerich und die Geisel der Menschheit. Eine Schelm der Böses dabei
denkt, dennoch handelt es sich im Falle von "The Day After Tomorrow"
nicht um ein selbstreflektierendes Biopic des US-Germanen, sondern einen
Katastrophenfilm der alten Schule. Ja, der gute alte Homo Sapiens steht
wieder einmal kurz vor seiner Ausrottung.
Doch
nicht die üblichen Verdächtigen from Outta Space müssen
diesmal als Halunken herhalten, nein, jetzt geht es Stirn an Stirn mit
Mutter Natur. Was eben noch als weit entfernte Bedrohung leichtfertig
abgetan wurde, wird im Falle von "The Day After Tomorrow" quasi
über Nacht zur bitteren Realität: die globale Erwärmung
bringt arktisches Eis zum Schmelzen, verdünnt so den Atlantik und
dadurch in weiterer Folge den Tiefenwasserstrom im Nordatlantik versiegen.
Resultat: das Wetter spielt rund um den Globus komplett verrückt,
das Klima der Nordhalbkugel kühlt dramatisch ab. Klimaexperte Jack
Hall (Dennis Quaid) zählt zu jenen Wissenschaftler, die sich jahrelang
den Mund fusselig geredet hat, um auf die Möglichkeit einer derartigen
Katastrophe hinzuweisen. Doch als die Hölle losbricht ist auch er
von der Geschwindigkeit mit der die Verwüstung seine Bahnen zieht
überrumpelt, denn was eigentlich Jahrzehnte hätte dauern sollen
passiert nun in wenigen Stunden. Es wäre jedoch kein Roland Emmerich
Film, müsste Hall neben Planet Erde nicht auch noch seine Familie
retten - ein Unternehmen, dass er selbstredend höchstpersönlich
in Angriff nimmt, sitzt sein Sohn Sam (Jake Gyllenhaal) doch nach Sintflut
und hereinbrechender Eiszeit in New York fest. Man benötigt nicht
viel Fantasie um sich ausmalen zu können was einem die zwei Stunden
von "The Day After Tomorrow" zu bieten gedenken - CGI bis zum
Abwinken, One Hero To Save Them All und sämtliche abgedroschene Action-Klischees
die sich ansonsten nur "Airport"-Klone trauen.
Hatte
man nach der Sichtung von Werken wie "The Patriot" oder "ID4"
noch das dringende Bedürfnis sich mit Hilfe einer kalten Dusche vom
Emmerich'schen Patriotismus-Schleim zu befreien, überrascht der Schwabe
bei "The Day After Tomorrow" mit, für seine Verhältnisse,
kritischen Tönen. So erinnert die Figur des Vizepräsidenten
beispielsweise frappant an Dick Cheney und auch die US-Amerikanischen
Flüchtlingswelle in Richtung Mexiko darf als kleiner Schuss vor den
Bug der Bush-Administration (und deren nicht vorhandene Ökopolitik)
ausgelegt werden.
Nicolas Ossberger
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