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troja (OV: troy)
Start: 14.05.04
Länge:163 min
Von:Wolfgang Petersen (Regie); David Benioff (Buch)
Mit: Brad Pitt, Eric Bana, Orlando Bloom, Peter O'Toole, Brian Cox, u.a.
Der
Sandalenfilm ist zurück. Spätestens seit Ridley Scott mit "Gladiator"
dem längst im Treibsand der Filmgeschichte verschollen geglaubten
Genre neues Leben eingehaucht hat, haben phallische Schwerter und eingeölte
Männerkörper endlich wieder Saison.
Wolfgang
Petersen, seines Zeichens bekanntlich noch nie ein großer Freund
leiser Töne, dürfte dementsprechend höchst erfreut über
die Möglichkeit Hand an Homers "Ilias" legen zu dürfen
gewesen sein. Das es dabei nicht zwingend notwendig ist, für die
Betrachtung von "Troy" eine eigene Historiker-kommission ins
Leben zu rufen, sollte in der heutigen Zeit eigentlich niemanden mehr
überraschen. Was nicht passt, wird passend gemacht und so begleiten
wir den blonden Göttersohn Achilles (Brad Pitt), wie er ohne große
Begeisterung für Agamemnon (Brian Cox) Schlacht um Schlacht gewinnt.
So richtig haarig wird die Situation allerdings erst, als sich der trojanische
Schönlingsprinz Paris (Orlando Bloom) in die noch schönere Helena
(Diane Kruger) von Sparta, Ehefrau von Menelaos (Brendan Gleeson), verguckt
und auch gleich gepäcksfertig Richtung uneinnehmbare Stadt verschifft.
Dort wartet schon Priamos (Peter O'Toole), der von seinen beiden Söhnen
nun nicht den erhofften Frieden, sondern die gesammelte Armee all seiner
Feinde präsentiert bekommt. Zeit also für Hector (Eric Bana)
seinen Mann gegen Achilles zu stehen.
Auch
wenn "Troy" über die Dauer von 163 Minuten kein einziges
Klischeenäpfchen auslässt, so muss man es Petersen zumindest
zu gute halten, dass er auf klassische Schwarzweißmalerei in Sachen
Gut und Böse weitestgehend verzichtet hat. Echte Sympathieträger
sind Mangelware, dafür fließt das Testosteron in Strömen.
Was bleibt ist unterhaltsamer Kitsch, der nie vorgibt mehr sein zu wollen.
Nicolas Ossberger
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