| 28 days later (OV: dto.)
Start: 06.06.03
Länge: 112 min
Von: Danny Boyle (Regie), Alex Garland (Buch)
Mit: Cillian Murphy, Naomie Harris, Brendan Gleeson, Christopher Eccleston,
u.a.
Lange
war es still im Mainstream-Kino in Sachen Zombies. Nach der letztjährigen
Konsolen-Adaption "Resident Evil" folgt mit "28 Days Later"
nun aber bereits schon der zweite Untotenauftritt innerhalb kürzester
Zeit. Außer filmgeschichtlicher Leichenfledderei haben allerdings
beide Werke nur wenig zu bieten.
28
Tage nachdem eine Seuche beinahe die gesamte Inselbevölkerung ausgerottet
hat, erwacht Jim (Cillian Murphy) in einem Londoner Hospital aus dem Koma.
Ungläubig wandert er durch die menschenleeren Straßen, schon
bald einsehend, dass er auf seine "'Hello, Hello?"-Rufe keine
Antwort zu erwarten hat. Doch damit nicht genug, denn schon bald muss
Jim erkennen, dass so allein er gar nicht ist - Untote treiben in den
Schatten ihr Unwesen. Eine Chance zu Überleben bieten ihm zwei schwerbewaffneten
Nichtinfizierte (Naomie Harris, Noah Huntley), von denen er nicht nur
eine ordentliche Portion KitKat erhält, sondern auch über das
Virus und seine verheerenden Folgen aufgeklärt wird. Durch einen
Taxifahrer und dessen Tochter verstärkt, macht sich die Gruppe auf
den Weg nach Manchester, wo man auf Grund eines abgefangenen Funkspruches
ein sicheres Militärlager inklusive Heilmittel vermutet. Die Freude
nach dem Eintreffen währt nur kurz, entpuppt sich die vermeintliche
Festung doch schon bald als ein Gefängnis der ganz eigenen Art, in
der die Abgründe weitaus weltlicherer Natur sind.........
Die
Grenze zwischen Hommage und Plagiat ist oftmals eine schwindende. So auch
im Falle von "28 Days Later", Danny Boyles Rückkehr in
den Schoß der Low Budget Filmemacher. Die erste Hälfte des
Films, in schwankender DigiCam-Qualität festgehalten, dürfte
jedenfalls jedem George A. Romero Fan ein sanftes Lächeln ins Gesicht
zaubern. Spätestens mit Einsetzen des äußerst tumben Militärplots
verliert der Film aber leider all jene Bezugspunkte, die Klassiker wie
"Dawn of the Dead" von stumpfen 08/15-Gemetzel Produktionen
abhebt. Ein Umstand der hier seinen leidigen Höhepunkt in einem völlig
unbefriedigenden Finale erreicht.
Nicolas Ossberger
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