| bruce allmächtig (OV: bruce
allmighty)
Start: 13.06.03
Länge: 101 min
Von: Tom Shadyac (Regie)
Mit: Jim Carrey, Jennifer Aniston, Morgan Freeman, Catherine Bell, Lisa
Ann Walter, Steve Carell, Adrian Neil, Sally Kirkland, P.J. Byrne, u.a.
Jim
Carrey ist wieder voll und ganz in seinem Element. Dies darf durchaus
als Warnung verstanden werden, erinnert einem "Bruce Allmächtig"
doch schmerzhaft daran, wie unerträglich unlustig es ist, wenn ein
Film seine Existenzberechtigung ausschließlich aus dem Effekt einer
scheinbar amoklaufenden Gesichtsmuskulatur bezieht.
Prinzipiell
also Business as usual, welches einem zwar Zeit und Nerven raubt, aber
der Fangemeinde wohl genau das gibt, wonach sie lechzt. Neu ist allerdings
der Versuch Jim Carrey nun auch in Sachen religiöser Botschaftsvermittlung
zu instrumentalisieren. In der Rolle des unerfolgreichen (und von daher
frustrierten) TV-Reporters Bruce Nolan bekommt er nämlich vom lieben
Gott (Morgan Freeman) höchstpersönlich die Chance die Dinge
selbst in die Hand zu nehmen, anstatt sich nur ständig über
sein Schicksal zu beklagen. Ausgestattet mit den Kräften Gottes entspricht
Nolan natürlich sofort allen Klischees. Die Brüste seiner Freundin
Grace (Jennifer Aniston) scheinen auf wundersame Art und Weise über
Nacht zu wachsen, Baxter (Steve Carell), sein ihn im Sender ständig
ausstechender Konkurrent, verliert plötzlich vor laufender Kamera
die Fassung und auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Es dauert aber
natürlich nicht lange, bis ihm die Konsequenzen seiner Handlungen
in den Allerwertesten beißen und ihm im wahrsten Sinne des Wortes
von oberster Stelle die Leviten gelesen werden.......
Product
Placement einmal anders. Hier werben ausnahmsweise nicht Pepsi, McDonalds
und Toyota um die Wette, nein, "Bruce Almighty" is sponsored
by Catholicism Inc. Die dritte Zusammenarbeit von Carrey mit Regisseur
Tom Shadyak nach "Ace Ventura" und "Der Dummschwätzer"
ist also nicht nur ein Treibhaus der Humorlosigkeit, sondern versprüht
auch noch gut 100 Minuten lang einen derart penetranten Sonntagsschulvibe,
dass man am liebsten Glen Benton persönlich zum Aufmischen vorbeischicken
würde.
Nicolas Ossberger
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