hero (OV: ying xiong)

Start: 06.06.03
Lšnge: 99 min
Von: Zhang Yimou (Regie), Christopher Doyle (Kamera)
Mit: Jet Li, Maggie Cheung, Tony Leung, Donnie Yen, Zhang Ziyi, u.a.

"Hero" kann sich bereits vorab einiger Meilensteine rühmen. Nicht nur stellt Zhang Yimou's aktuelles Werk Chinas teuerste Filmproduktion aller Zeiten dar, nein, sie ist gleichzeitig auch noch die erfolgreichste. Historiker mögen hinsichtlich der Darstellung von Kaiser Qin als Herrscher mit Vision zwar die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, das cineastische Erlebnis trübt diese geschichtliche Schönfärbung allerdings nicht.

Hundert Schritte Abstand. So lautet die erste Regel bei Betreten des Palastes von König Qin, Eroberer von und Herrscher über sechs der sieben chinesischen Reiche. Auch für den namenlosen Schwertkämpfer (Jet Li) beginnt die Audienz am anderen Ende des Saales. Er berichtet davon die drei gefährlichsten Attentäter, den Speerkämpfer Weiter Himmel (Donnie Yen) und das Liebespaar Fliegender Schnee (Maggie Cheung) und Zerbrochenes Schwert (Tony Leung), welche von eroberten Provinzen losgeschickt wurden um den König zu töten, besiegt zu haben. Für jeden Bericht wird es ihm erlaubt näher zu treten, bis er nur noch zehn Schritte entfernt ist. Doch dem Despoten kommen Zweifel hinsichtlich der Glaubwürdigkeit des Namenlosen. Variationen und Interpretationen erfüllen den Raum - jede in ihrer eigenen metaphorisch Farbe, die Figuren in ihrem Auftreten immer dem Grundton entsprechend. Eines echten Martial Arts Eposes würdig, ergeben sich so immer neuer Kampfsituationen, die sich wie von selbst ins Bild der raffiniert-eleganten Struktur von "Hero" einfügen.

Mit einer erzählerischen und visuellen Wucht die man sonst nur von Akira Kurosawas Klassikern "Ran" oder "Rashomon" kennt, gelang Zhang Yimou - gemeinsam mit dem hier augenscheinlich alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel ausnutzenden Christopher Doyle - ein perfekt choreo- und photographierter Augenschmaus, der wohl erstmals sowohl Philosophiestudenten als auch das Jet Li-Standardklientel gleichermaßen zufrieden stellen wird können.

Nicolas Ossberger