hukkle (OV: dto.)

Start: 13.06.03
Lšnge: 75 min
Von: György Pálfi (Buch & Regie), Gergely Pohárnok (Kamera)
Mit: Ferenc Bandi, Józsefné Rácz, Eszter Ónodi, József Farkas, u.a.

Ein alte Mann und sein Schluckauf geben vom Start weg den Ton in György Pálfis überzeugenden Erstlingswerk "Hukkle" an. Viel mehr als solch ein glucksendes Geräusch wird den Bewohnern des ungarischen Dorfes Ozora in den folgenden 75 Minuten allerdings auch nicht über die Lippen kommen.

Was zu Beginn den Anschein eines detailverliebten Ortportraits erweckt, entwickelt sich, dem gemächlichen Tempo der ländlichen Umgebung angepasst, zu einem handfesten Thriller der eigenen Art. Die anfängliche Idylle - eine Maiglöckchen sammelnden alten Frau, die alte Herrenrunde beim Boccia - wird nur kurz durch einen Todesfall unterbrochen, welcher allerdings ebenso zum alltägliche Bild zu gehören scheint, wie die tonangebende und äußerst aktive Tierwelt von Ozora. So gar nicht passen will allerdings das immer öfter widerkehrende Blaulicht, welches sich die steile Straße hinauf quält. Wie sich nämlich langsam aber sicher herausstellt gehen dem Dorf die Männer aus, einer nach dem anderen muss ins omnipräsente Gras beißen....

Es ist ein gelungenes Experiment, das György Pálfi mit seinem Debütfilm "Hukkle" präsentiert. Gemeinsam mit seinem Kameramann Gergely Pohárnok, der hier ganz Großes leistet, überlässt er es Bild- und Tonspur das Geheimnis von Ozora zu dechiffrieren und verzichtet über weite Strecken auf jedes gesprochene Wort. In seiner Herangehensweise zwar durchaus ungewöhnlich, im Endergebnis aber prächtig unterhaltend.

Nicolas Ossberger

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