| was mädchen wollen (OV: what
a girl wants)
Start: 27.06.03
Länge: 103 min
Von: Dennie Gordon (Regie)
Mit: Amanda Bynes, Colin Firth, Kelly Preston, Eileen Atkins, Anna Chancellor,
Jonathan Pryce, Tom Harper, Oliver James, u.a.
Und
das sind dann jene Momente, in denen man all seine Sünden abbüßt
- Filme, bei denen einem schon die Opening Credits suggerieren "Lauf
so schnell du kannst, nur lauf!". In anderen Worten: Kinoerlebnisse
vom Schlage "What A Girl Wants" wünscht man allerhöchstens
seinem schlimmsten Feind.
Keine
zwei Minuten dauert es, bis man ernsthaft am Konzept der antiautoritären
Erziehung zu zweifeln beginnt. Verursacht wird dieser Umstand in erster
Linie durch Amanda Bynes, welche in der Rolle des vaterlosen Armutschkerls
Daphne Reynolds alle Register in Sachen aufgesetzter Knuffigkeit zieht.
Ein an sich im Notfall gerade noch tolerierbarer Teen-Movie-Wesenszug,
der allerdings im Falle von "What A Girl Wants" durch eine haarsträubend
einfallslose Story bis ins schier Unendliche potenziert wird. Als wäre
"The Princess Diaries" von 2001 noch nicht schlimm genug gewesen.
103 Minuten lang heißt es sich von einer vorhersehbaren Situation
zur Nächsten zu quälen, wenn Daphne ihrer amerikanischen Heimat
den Rücken zukehrt um im fernen England nach ihrem Vater zu suchen.
Dieser ist natürlich gerade am besten Wege dazu Premierminister zu
werden, verkehrt im königlichen Zirkel und besitzt selbstredend ein
soziales Umfeld, welches nur wenig erpicht auf unkultivierten Familienzuwachs
ist. Kurzum, es ist ein steiniger Weg bis endlich das unausweichliche
Happyend auf das vor lauter Teilnahmslosigkeit völlig erschlagene
Publikum herniederbricht.
Dennie
Gordon dürfte dank ihres zweiten Langfilms nach "Joe Dirt"
ein ganz heißer Kandidat für zukünftige Auszeichnungen
der verschmähten Art werden, denn mit "What A Girl Wants"
ist ihr ein in diesem Jahr noch unangefochtenes Werk gelungen. Das hier
verschließene Produktionsbudget hätte man jedenfalls lieber
in "Glitter 2" investieren sollen....
Nicolas Ossberger
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