haus der 1000 leichen (OV: house of 1000 corpses)

Start: 04.06.04
Lšnge: 88 min
Von: Rob Zombie (Buch & Regie)
Mit: Chris Hardwick, Erin Daniels, Jennifer Jostyn, Rainn Wilson, Karen Black, Sid Haig, William Bassett, Bill Moseley, Michael J. Pollard, Joe Dobbs, u.a.

Über viele Jahre hinweg angekündigt, danach vom Verleih gekickt, darauf hin auf 88 Minuten zurechtgestutzt und nun doch noch veröffentlicht - Rob Zombies "House of 1000 Corpses" darf ohne Übertreibung als schwere Geburt bezeichnet werden.

Nichtsdestotrotz waren die Erwartungen hoch geschraubt, hat sich der ehemaligen White Zombie Mann doch über die Jahre hinweg in vielerlei Hinsicht als Kenner der Materie geoutet. Seinen Songs verpasste er immer wieder gerne mit Samples aus alten Horror-Klassikern ein paar blutrote Farbtupfer und auch die dazugehörigen Musikvideos konnten inhaltlich ihre Herkunft nur schwer verleugnen. Doch wie das in den meisten Fällen eben so ist, wenn Fanboys einmal selbst Hand anlegen dürfen, läuft das Ganze auch im Falle von "House of 1000 Corpses" auf reines Zitatkino hinaus. Mit viel Liebe gemacht, ohne Zweifel, und jeder Splatter-Freund wird sich sicherlich über die zahlreichen Anspielungen und Gastauftritte altgedienter B-Movie-Helden wie Sid Haig oder Karen Black freuen, mehr als die übliche Standardkost bietet die Story jedoch nicht. Mit im Hinterland verlustig gehenden Pärchen, die der Legende des örtlichen Psycho-Killers ein klein wenig näher kommen als gesund wäre, gewinnt man nämlich 2004 nicht einmal mehr im Kreise der simpelsten Freunde Blumentöpfe.

Auf der Habenseite kann Zombie für sich und seinen Film verbuchen, dass "House of 1000 Corpses" ein optisches Vergnügen geworden ist, auch wenn man sagen muss, dass die gemunkelten 13 Minuten an geschnittenen Gore-Material dem Gesamteindruck sicher nicht geschadet hätten. Sympathisch ja, aber leider nicht der erhoffte Burner.

Nicolas Ossberger