mindhunters (OV: dto.)

Start: 25.06.04
Lšnge:106 min
Von: Renny Harlin (Regie); Wayne Kramer (Buch)
Mit: LL Cool J, Val Kilmer, Christian Slater, Kathryn Morris, Eion Bailey, Clifton Collins Jr., Jonny Lee Miller, Will Kemp, Patricia Velasquez, Trevor White, u.a.

Renny Harlin gilt als einer der erfolgreichsten, aber auch unkonstantesten Regisseure Hollywoods. Genie ("The Adventures of Ford Fairlane") und Wahnsinn ("Driven") liegen oft eng beieinander und auch wenn er mit "Die Hard 2" einen echten Blockbuster auf der Habenseite hat, nähert man sich seinen Werken doch erst einmal mit Vorsicht.

Um es vorweg zu nehmen, "Mindhunters" gehört sicherlich zur besseren Filmographie-Hälfte des Finnen, auch wenn die Meinungen diesbezüglich weit auseinander. In bester Paul Verhoeven-Tradition, hat Harlin hier nämlich, unter Ausschöpfung aller A-Möglichkeiten, ein flottes B-Movie fabriziert, das für so manchen Menschen ohne Freude ein wenig zu effekthascherisch daher kommen wird, faktisch aber zum Unterhaltsamsten gehört, was uns in Sachen US-Thrillern in diesem Jahr bislang geboten wurde. Im Zentrum des Geschehens steht dabei eine Gruppe junger FBI-Agenten, die von ihrem leicht exzentrischen Ausbildner Jake Harris (Val Kilmer) auf eine abgelegene Trainingsinsel verfrachtet wird, um dort ihre Abschlussprüfung zu absolvieren. Neben J.D. Reston (Christian Slater) und seiner Partnerin Sara Moore (Kathryn Morris), finden sich noch Lucas Harper (Jonny Lee Miller), Nicole Willis (Patricia Velasquez), Bobby Whitman (Eion Bailey), Vince Sherman (Clifton Collins Jr.), Rafe Perry (Will Kemp) und der neutrale Beobachter Gabe Jensen (LL Cool J) ein, allesamt hochtalentierte Profiler und durch die Bank komplizierte Persönlichkeiten. Reibereien sind vorprogrammiert, doch soweit kommt es erst gar nicht, als bei der ersten Aufgabe einer der Aspiranten durch eine Falle kaltblütig ermordet wird. Aus dem vermeintlichen Spiel wird tödlicher Ernst, denn irgendjemand scheint es auf die Jungagenten abgesehen zu haben. Und während einer nach dem anderen ins Gras beißt, steigt die Paranoia-Frequenz innerhalb der Gruppe rapide an.....

"Mindhunters" wartet mit einer flotten Story in der Tradition von "Who's Next?"-Werken wie "Final Destination" auf, ohne dabei das klassische "Whodonit?" zu vernachlässigen. Zwar ist der Film meilenweit davon entfernt perfekt zu sein und gerade das Ende wirkt reichlich konstruiert, dennoch gelingt es Harlin und seinem Autor Wayne Kramer den Spannungsbogen über die volle Distanz zu halten.

Nicolas Ossberger