skagerrak (OV: dto.)

Start: 25.06.04
Lšnge:104 min
Von: Soren Kragh-Jacobsen (Buch & Regie); Anders Thomas Jensen (Buch)
Mit: Iben Hjejle, Martin Henderson, Bronagh Gallagher, Ewen Bremner, u.a.

Mit "Mifunes sidste sang" gelang Soren Kragh-Jacobsen, Anders Thomas Jensen und Iben Hjejle seinerzeit die wohl beherzteste Umsetzung des Dogma'95 Regelwerks, heute, fünf Jahre danach, enttäuscht das dänische Trio jedoch mit ihrem zweiten großen gemeinsamen Filmprojekt "Skagerrak" auf ganzer Linie.

Die Dänin Marie (Iben Hjejle) und die Irin Sophie (Bronagh Gallagher) Leben ihr Leben rund um die magische 30 und sind wohl so etwas wie beste Freundinnen. Gemeinsam tingeln sie von Ort zu Ort, von Gelegenheitsjob zu Gelegenheitsjob, von Rausch zu Rausch. Dabei spinnen sie glorreiche Zukunftspläne und erwachen dann doch, mal alleine, mal neben dem Aufriss der letzten Nacht, in irgendeinem herunter-gekommen Motel. Nach einem langfristigen Putzeinsatz auf einer Bohrinsel verschlägt es die beiden Frauen in ein schottisches Provinznest, wo sie prompt um ihr hartverdientes Geld gebracht werden. Als kurz darauf der Earl of Glomis auf Marie zutritt und sie bittet für 40.000 Pfund und freie Kost und Logis das Kind seines Sohnes und dessen Frau auszutragen, lässt sie sich von Sophie überreden mitzumachen. Doch die Einhaltung des daran geknüpften Versprechens, neun Monate ausschließlich nur noch für ihre schwangere Freundin zu leben, endet abrupt, als die Irin bei einem Autounfall ums Leben kommt. Maries Leben bricht völlig auseinander, alle was ihr geblieben ist, ist ein Balg in ihrem Bauch den sie nie haben wollte und ein Photo des Verflossenen ihre toten Freundin. Also begibt sie sich nach Glasgow um besagten Ken und dessen Autowerkstatt Skagerrak aufzusuchen. Eben dort verwünschen gerade dessen drei Angestellten ihren eben verstorbenen Chef bis ins Grab hinaus, hat dieser ihnen doch nichts außer die epochalen Begräbniskosten vermacht. Als plötzlich eine Frau mit einem 40.000 Pfund Scheck in ihrer Tasche vor der Türe steht, muss kurzerhand ein falscher Ken her. Und auch der Landadel denkt nicht daran so ohne weiteres auf seinen Erbenkel zu verzichten......

"Skagerrak" scheitert an so vielen Fronten, dass es quasi ein Ding der Unmöglichkeit ist, sie alle aufzuzählen. Jene Figuren mit denen man wohl sympathisieren sollte, machen einem dies unmöglich, die "The Madonna & The Whore"-Story wirft von Minute zu Minute im finster werdendere Schatten und spätestens mit seiner Ankunft in Glasgow verfällt der Film einem absurden Klamauk, dessen Gewolltheit sich einem bis zum bitteren Ende nicht erschließt.

 

Nicolas Ossberger