natürlich blond 2
(OV: legally blonde 2: red, white & blonde)

Start: 25.07.03
Lšnge: 94 min
Von: Charles Herman-Wurmfeld (Regie)
Mit: Reese Witherspoon, Sally Field, Regina King, Bruce McGill, u.a.

"Legally Blonde" - wir erinnern uns. Amüsant, angenehm unplatt und ein geradezu sensationeller Erfolg an der Box Office. Kurzum, es lag also nahe Reese Witherspoon mit Geld zu überhäufen um alsbaldigst eine Fortsetzung in Angriff nehmen zu können. Eben jene entert nun gut zwei Jahre nach dem Erstling unsere Kinos und muss sich leider weit hinter seinem Vorgänger verstecken.

Der intelligente Witz des Originals ist einem doch deutlich flacheren Etwas gewichen, welches phasenweise nur knapp oberhalb der Blondinenwitzgrenze liegt. Denn um die Mutter ihres Chihuahuas Bruiser bei ihrer Hochzeit dabei haben zu können, geht die Harvard-Absolventin bis nach Washington um dort - pretty in pink natürlich - vor dem Kongress ein nationales Verbot für Tierversuche zu erwirken. Klingt nicht nur ein wenig jenseitig, ist es auch. Das gute alte "Mr. Smith Goes to Washington"-Konzept funktioniert schlussendlich zwar auch im Falle von Elle Woods einwandfrei, mitunter gehen dem Film aber beim Versuch einen Spagat zwischen wertkonservativer Moral und versteckter Systemkritik zu schaffen gehörig die Pferde durch. Am Ende ist jedenfalls einzig und allein Reese Witherspoon zu verdanken, dass "Legally Blonde 2" nicht ins gänzlich Untragbare abrutscht.

Wirklich bemerkbar macht sich allerdings auch der Wechsel am Chefpult. Anstelle von Robert Luketic, der das Original rasch und pfiffig inszeniert hatte, durfte bei "Legally Blonde 2" nun Charles Herman-Wurmfeld sein großes Hollywood-Debüt feiern und macht dabei, wie schon bei seinem Independent-Hit "Kissing Jessica Stein", so ziemlich alles falsch.

Nicolas Ossberger