ruby und quentin (OV: tais-toi)

Start: 30.07.04
Lšnge: 85 min
Von: Francis Veber (Buch & Regie)
Mit: Gerard Depardieu, Jean Reno, André Dussollier, Jean-Pierre Malo, Richard Berry, Jean-Michel Noirey, Laurent Gamelon, Aurélien Recoing, u.a.

Dreißig Jahre Slapstick und keine Ende in Sicht. Auch bei seinem neuesten Werk "Ruby und Quentin" lässt sich Altstar-Regisseur Francis Veber nicht von irgendwelchen neumodischen Trends oder gar dem Drang nach frischen Ideen aus dem Konzept bringen.

Kein Wunder, denn auf dem Gebiet der Buddy-Komödie hat Veber seinen Beitrag zur Filmgeschichte längst geleistet. Ob in den Siebzigern mit Lino Ventura & Jacques Brel oder den Achtzigern mit Gerard Depardieu & Pierre Richard - der Franzose produzierte über Jahre hinweg Hits am laufenden Band. "Ruby und Quentin" steht deshalb wenig überraschend ganz in der Tradition solcher Werke wie "Die Filzlaus" oder "Zwei irre Spaßvögel" - Filme die in ihrer Zeit sowohl national als auch international die Kinokassen zum Klingeln brachten. Womit der Kern des Problems auch schon angesprochen wäre, entlockt einem die Geschichte vom eiskalten Profikiller mit Herz (Jean Reno) und seinem nervigen Anhängsel (Gerard Depardieu) im Jahre 2004 doch nur noch ein sehr müdes Lächeln, einmal zu oft musste eine Flucht als Aufhänger für Slapstickeinlagen am laufenden Band herhalten. Und so taumelt das ach so ungleiche Paar wie erwartet von einem Desaster zum nächsten, trifft dabei selbstredend auf ein hilfsbedürftiges Mädchen und durchläuft nebenher auch noch innerhalb von 90 Minuten sämtliche Stationen eine 50jährigen Ehe, Streit und Versöhnung inklusive.

Francis Veber setzte bei "Ruby und Quentin" auf Nummer Sicher. Ein Umstand den man ihm noch nicht einmal groß verübeln kann, erfüllt er im Grunde doch nur die Erwartungen seines treuen Stammklientels. Und dieses bekommt hier haargenau was es verlangt und verdient - vorhersehbare, leichte Unterhaltungskost.

Nicolas Ossberger