| fantastic four (OV: dto.)
Start: 14.07.05
Länge:105 min
Von: Tim Story (Regie), Michael France, Mark Frost (Buch)
Mit: Jessica Alba, Michael Chiklis, Chris Evans, Ioan Gruffudd, Julian
McMahon, Hamish Linklater, Kerry Washington, Laurie Holden, u.a.
Vorbei
scheint die Marvel-Vorherrschaft in der Superhero-Kinolandschaft. Spätestens
seit "Batman Begins" hat DC wieder einen großen, schwarzen
Stiefel in der Türe. Ein Trend der schon sehr bald Schule machen
könnte, zumindest dann, wenn man "Fantastic Four" als Indikator
für zukünftiger Marvel-Projekte heranzieht.
Nach
Werken wie "Elektra" oder "The Punisher" ist man in
Sachen Erwartungshaltung ja schon ziemlich vorsichtig geworden. Der beinahe
die gesamte Produktion von "Fantastic Four" begleitende, negative
Internet-Buzz war deshalb schon mehr als nur ein schlechtes Vorzeichen
für einen Film, der eigentlich als zentrales Werk im Marvel-Kosmos
stehen sollte. Mit Betonung auf sollte, denn selbst mit zwei zugedrückten
Fanboy-Augen kann man den Film maximal als misslungen schönreden.
In der Realität sieht es nämlich so aus, dass Regisseur Tim
Story, bis dato schon verantwortlich für Unsäglichkeiten wie
"N.Y. Taxi" und "Barbershop", und Marvel-Chefzombi
Avi Arad hier eine potentielle Pranchise bereits im Ansatz begraben haben.
Die Gründe dafür sind mannigfaltig. Es beginnt bei erschreckend
schwachen SFX, was beim notgedrungen effektlastigen Material der Fantastic
Four ein nicht unbedeutender Faktor ist, zieht sich durch schrecklich
banale Dialoge und endet bei der Tatsache das 4 der 5 Charaktere schlicht
und ergreifend fehlbesetzt sind. Insbesondere Jessica Alba und Julian
McMahon, als Sue Storm und Dr. Doom, lassen einen an der Zurechnungsfähigkeit
der zuständigen Casting-Agentur zweifeln. Einzig Michael Chiklis
weiß sowohl mit als auch ohne Stein-Kostüm zu überzeugen.
Das
"Fantastic Four"-Projekt muss, vom qualitativen Standpunkt aus
gesehen, als gescheitert bezeichnet werden. Ein Schritt in die absolut
falsche Richtung, der einen, angesichts der dunklen Wolken die derzeit
über "X-Men 3" schweben (Brett "After the Sunset"
Ratner), mit mehr als nur ein wenig Sorge erfüllt.
Nicolas Ossberger
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