| die blume des bösen (OV: la
fleur du mal)
Start: 01.08.03
Länge: 104 min
Von: Claude Chabrol (Buch & Regie)
Mit: Nathalie Baye, Benoît Magimel, Suzanne Flon, Mélanie
Doutey, Bernard Le Coq, Thomas Chabrol , u.a.
Macht
es überhaupt noch Sinn etwas über Produktionen von Claude Chabrol
zu schreiben? Eine Frage die erlaubt sein muss, denn auch "Die Blume
des Bösen" bestätigt einmal mehr die weitverbreitete These,
der mittlerweile 72-Jährige würde im Grunde seit Jahren nur
noch ein und den selben Film immer und immer wieder drehen.
Wenig
überraschend steht also erneut eine gutbürgerliche Familie im
Mittelpunkt, die in ihrer Historie, bis hin zur Gegenwart, kaum etwas
zwischen Verrat, Inzucht, Ehebruch und Mord ausgelassen hat. Kein Wunder
also, dass François (Benoît Magimel) nicht gleich vor Freude
zerspringt, als er nach dreijährigem USA-Aufenthalt von seinem Vater
Gérard Vasseur (Bernard Le Coq) am Flughafen abgeholt wird. Am
Landsitz der Familie wartet bereits Michèle (Mélanie Doutey),
seine Halbschwester und das Objekt verbotener Begierde, deren Mutter Anne
Charpin (Nathalie Baye) gerade mitten im Wahlkampf um den Bürgermeisterposten
von einer Verleumdungskampagne heimgesucht wird. Über alle dem schwebt
der gute Geist von Tante Line (Suzanne Flon), welche seit jeher versucht
ihre schützenden Arme um den Kreis der Ihrigen zu legen. Sie ist
es allerdings auch, die als erste durchschaut wie der Hase läuft,
als die Dinge im Hause Charpin-Vasseur wieder einmal aus den Fugen zu
geraten scheinen.....
"La
fleur du mal" prolongiert Chabrols Trockenperiode der letzten Jahre.
Erst kurz vor Ende nimmt der Film erstmals langsam Fahrt auf, zu einem
Zeitpunkt, als selbst der wohl eingefleischteste Fan längst die Segel
gestrichen hat. Vom trockenen Humor früherer Tage ist nicht mehr
viel geblieben, die Inszenierung wirkt saft- und kraftlos, die Story erschreckend
uninspiriert. Wirklich überzeugen kann nur das äußerst
spielfreudige Ensemble, dem Chabrol es auch zu verdanken hat, hier gerade
noch einmal den Kopf aus der Schlinge bekommen zu haben.
Nicolas Ossberger
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