lara croft tomb raider: die wiege
des lebens
(OV: lara croft tomb raider: the cradle of life )
Start: 13.08.03
Länge: 117 min
Von: Jan de Bont (Regie), Dean Georgaris (Buch)
Mit: Angelina Jolie, Gerard Butler, Noah Taylor, Ciarán Hinds,
Djimon Hounsou, Til Schweiger, Christopher Barrie, Simon Yam, u.a.
Eines
muss man Jan de Bont ja lassen, den Überraschungseffekt hat er ganz
klar auf seiner Seite. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Ruhm
mit "Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life" das für
unmöglich Gehaltene geschafft zu haben, die Erstauflage noch einmal
zu unterbieten nämlich, das anvisierte Ziel des gebürtigen Holländers
war.
Konnte
man über das erste große Leinwandabenteuer des fleischgewordenen
feuchten Traums der Generation K(onsole) noch müde lächelnd
hinwegsehen (konnte ja keiner ahnen, dass da noch etwas nach kommt...),
lässt der zweite Lara Croft Auftritt wahrlich keine Gelegenheit aus,
um auf seine Nichtigkeit hinzuweisen. Das die Story eines Films diesen
Kalibers nicht weiter als bis zum Brustansatz der Hauptdarstellerin reicht
soll ja schon des öfteren vorgekommen sein, die phasenweise schon
pathologische Art und Weise wie im Falle von "LCTR: TCoL" Plotholes
mit Close-Ups gefüllt werden, stellt allerdings eine gänzlich
neue Herausforderung dar. Ja, man könnte fast meinen irgendein Production
Assistent hat aus Versehen die Storyboards mit der Swimsuit-Edition von
Sports Illustrated vertauscht. Und so beobachten wir die Heldin des Geschehens
dabei, wie sie von Kontinent zu Kontinent, quer durch sämtliche Elemente,
springt, läuft, schwimmt, fährt, fliegt - nur um wieder einmal
die Welt zu retten. Diesmal sogar mit Sidekick in Form ihres Ex-Lovers
Terry Sheridan (Gerard Butler) im Gepäck, dessen Funktion aber ähnlich
eindimensional bleibt, wie jene des Oberschurken of the Week, den Nobelpreistragenden
Biowaffen-Experten Dr. Reiss (Ciarán Hinds).
Ungewollter
Höhepunkt des ganzen Debakels ist aber, neben Til Schweigers amüsanter
Vorstellung als Reiss' rechte Hand, der Versuch den afrikanischen Ursprung
der Menschheit mit griechischer Mythologie zu verkuppeln, was, je näher
der Showdown rückt, zu wirklich ungeahnten Absurditäten führt.
Selten ist noch so viel Geld für so wenig verschleudert worden. Respekt
dafür.
Nicolas Ossbergert
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