| girls club - vorsicht bissig! (OV:
mean girls)
Start: 27.08.04
Länge: 96 min
Von: Mark S. Waters (Regie); Tina Fey, Rosalind Wiseman (Buch)
Mit: Lindsay Lohan, Rachel McAdams, Lacey Chabert, Amanda Seyfried, Tina
Fey, Lizzy Caplan, Tim Meadows, Amy Poehler, Ana Gasteyer, u.a.
Mit
einer für das gegenwärtige Teen-Kino ungewohnten Spitzigkeit
überraschte in diesem Jahr Mark S. Waters an der US-Box-Office. Mit
einem vergleichsweise mickrigen Budget von 17 Millionen ist dem "Freaky
Friday"-Regisseur ein echter Überraschungs-Hit gelungen, dessen
einziger echter Makel sein finaler Kniefall vor dem Studio-Reglement ist.
Cady
Herons (Lindsay Lohan) ist 16 Jahre alt und hat gerade ihren ersten Tag
an einer öffentlichen High-School hinter sich gebracht. Eine irritierende,
neue Welt für ein Mädchen, dass ihre bisherige Ausbildung alleine
ihren, mit ihrer Tochter durch Afrika ziehenden, Eltern zu verdanken hat.
Doch was auf den ersten Blick noch völlig fremd wirkt, entpuppt sich
für Cady schon bald als klassisches rituelles Verhalten wie sie es
aus der Tierwelt kennt. Erste Bekanntschaften werden geschlossen und so
lernt sie rasch sämtliche relevanten Cliquen des Schulsystems kennen.
Theatre-Nerds, Asian-Girls, Science-Geeks und allen voran natürlich
die Plastics, die drei Königinnen des Schulhofs. Vom Hacksystem desillusioniert,
schließt sich Cady den Außenseitern Janis (Lizzy Caplan) und
Damian (Daniel Franzese) an, die in ihr sofort eine potentielle Mitstreiterin
gegen das Trio Infernale Gretchen (Lacey Chabert), Karen (Amanda Seyfried)
und deren Queen Bee Regina (Rachel McAdams) erkennen. Und tatsächlich
schafft sie es in deren erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. Doch das
Ziel das System von innen heraus zu zerstören verabschiedet sich
schon bald in weite Ferne, denn ohne es zu merken, verwandelt sich auch
Clay in eine Plastic....
Ehe
Waters in den letzten 20 Minuten sämtliche positiven Ansätze
seiner Story mit der Moralkeule zu Kleinholz verarbeitet, bietet "Mean
Girls" durchaus ansprechende Teen-Unterhaltung abseits gängiger
Fart-Joke-Trends. Die Figuren sind differenzierter als gewohnt und auch
die Gags in der Regel mündig. Was am Ende bleibt, ist jedoch der
schale Nachgeschmack eines, im Kontext des Films auch völlig unpassenden,
Schlussaktes.
Nicolas Ossberger
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