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irgendwann in mexico
(OV: once upon a time in mexico)
Start: 25.09.03
Länge: 97 min
Von: Robert Rodriguez (Buch & Regie)
Mit: Antonio Banderas, Johnny Depp, Willem Dafoe, Salma Hayek, Eva Mendes,
Mickey Rourke, Enrique Iglesias, Danny Trejo, u.a.
Ein
Epos in 97 Minuten, blutrot eingefärbt und mit Mexico im Herzen -
so oder so ähnlich dürfte wohl der Plan von Robert Rodriguez
ausgesehen haben, als er sich vor acht Jahren daran machte erstmals Hand
an den Abschluss seiner El Mariachi Trilogie zu legen.
Zwischen
der Fertigstellung von "Desperado" und dem Startschuss für
"Once Upon A Time In Mexico" floss allerdings schlussendlich
einiges an Tequila die Kehlen hinab, musste Rodriguez doch erst einmal
mit seiner "Spy Kids" - Reihe das Genre des Kinderfilms bastardisieren.
Und man merkt es der dritten Auflage der Blut & Blei Oper an. Wo in
früheren Tagen abgetrennte Extremitäten ausschließlich
mit fröhlichen Augenzwinkern durch die Gegend flogen, hat sich heute
ein perfider Realismus in den Tanz der Toten eingeschlichen. Die Rodriguez-typischen
Stereotypen, vom leicht verschusselten El Presidente (Pedro Armendáriz),
über den an die Macht drängenden Druglord Barillo (William Defoe)
bis hin zum freundlich-manipulativ-skrupellosen CIA-Agenten Sands (Johnny
Depp), sind zwar alle vorhanden, der Star des Films ist aber ganz eindeutig
das mexikanische Volk. Als es nämlich darum geht "La Democracia"
gegen die zwecks Putsch heranrückende Armee zu verteidigen, greift
es wie selbstverständlich zu den Waffen um ihren Presidente zu verteidigen.
Und dazu braucht es eben im Gegensatz zu Hollywood keinen strammen Helden
der flammende Reden schwingt.
So
gut dem Film die Dramatisierung hin zu einer bis ins letzte Extrem überspitzten
Realsatire steht, so schnell gehen den Figuren auf dem Weg zum großen
Showdown leider die Luft aus - zu viele Geschichten, zu wenig Zeit sie
alle zu erzählen. Was bleibt ist eine rasante, blutige Liebeserklärung
an Mexico, die Rodriguez zwar vielleicht nicht unsterblich, als Filmemacher
aber ganz bestimmt wichtiger macht.
Nicolas Ossberger
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