sweet sixteen (OV: dto.)

Start: 12.09.03
Lšnge:106 min
Von: Ken Loach (Regie), Paul Laverty (Buch)
Mit: Martin Compston, Michelle Coulter, Annmarie Fulton, William Ruane, Gary McCormack, Tommy McKee, Michelle Abercromby, u.a.

Ken Loach, der nimmermüde moralische Zeigefinger der unterdrückten britischen Arbeiterklasse, lässt auch in seinem neuen Drama "Sweet Sixteen" kaum eine Gelegenheit aus unter dem Deckmantel der Authentizität seinem Publikum Betroffenheit aufzuoktroyieren.

Im Mittelpunkt von "Sweet Sixteen" steht der 15-jährige Teenager Liam (Martin Compston). Seub einziger Wunsch: ein harmonisches Familienleben, ein Zustand den er Zeit seines Lebens nie kennen gelernt hat. Doch spätestens wenn pünktlich zu seinem 16. Geburtstag seine Mutter aus dem Knast kommt, wo sie für ihren Freund, den Drogendealer Stan (Gary McCormack) eine Strafe absitzt, soll alles anders werden. Seine 17-jährige Schwester Chantelle (Annmarie Fulton) hingegen, hat längst einen Schlussstrich unter das Kapitel gezogen, will sie ihrem kleinen Sohn doch jene Liebe zukommen lassen, die sie selbst nie bekommen hat. Doch Liam hat einen Plan. Um 6000 Pfund plant er einen Wohnwagen zu kaufen, welcher die Familie wieder näher zusammenbringen soll. Gemeinsam mit seinem besten Freund Pinball (William Ruane) klaut er deshalb von Stan dessen Drogenvorrat und macht sich als Kleindealer selbstständig. Es kommt wie es kommen muss: Spirale dreht sich immer weiter und weiter nach unten, bis selbst Liam erkennen muss, dass die Realität ein wenig anders aussieht, als in seiner Vorstellung.

Auch wenn der Film endet, wie er eben zu enden hat bei Ken Loach, kann man "Sweet Sixteen" einen gewissen Grundoptimismus nicht absprechen. Ein Umstand, der zu einem Großteil auf die starke Leistung des Debütanten Martin Compston zurückzuführen ist, der die Geschichte mit seiner ungebündelten Energie völlig an sich reißt.

Nicolas Ossberger