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coffee and cigarettes (OV: dto.)
Start: 03.09.04
Länge: 96 min
Von: Jim Jarmusch (Buch & Regie);
Mit: Roberto Benigni, Cate Blanchett, Steve Buscemi, Steve Coogan, Alfred
Molina, Meg White, Jack White, Iggy Pop, Tom Waits, Bill Murray, u.a.
Auf
einen 17-jährigen Schaffensprozess kann wirklich nicht jeder Film
verweisen. Was da 1986 mit einem einzelnen Sketch für "Saturday
Night Live" seinen Ausgang nahm, erfährt nun in Form von "Coffee
and Cigarettes" in elfmaliger Ausführung seine Wiederauferstehen
im Kinoformat.
Die
Ausgangsposition der einzelnen Episoden ist dabei bewusst simpel gehalten.
Umgebungen, reden, hören zu, schweigen, rauchen und trinken dabei
bevorzugt Kaffee. Elf Situationen hat Jarmusch so in bewährt-minimalistischer
Manier eingefangen, mit Ansätzen die phasenweise konträrer kaum
sein könnten. Es ist jedenfalls unbestritten ein weiter Weg von Roberto
Benignis koffeingeschwängerter Hyperaktivität hin zu den leisen
Tönen eines Bill Rice oder Taylor Mead. Und dennoch ziehen sich ständig
wiederkehrende Themata sowohl optischer als auch inhaltlicher Natur wie
ein roter Faden durch den Film. Eitelkeit, Neid, Ignoranz - menschliche
Schwächen begleiten Jarmuschs Figuren auf Schritt und Tritt und das
in den unterschiedlichsten Formen. Ein Gespräch zwischen Tom Waits
und Iggy Pop scheitert am verbitterten festhalten an den Glauben der eigenen
Überlegenheit, Steve Buscemi an der Vermittlung irrelevanter Verschwörungstheorien.
Und Jack White benötigt gleich eine ganze Tesla-Spule zur Erleuchtung.
Seinen Höhepunkt verdankt "Coffee and Cigarettes" allerdings
Alfred Molina und Steve Coogan, die bei ihrem gemeinsamen Auftritt ein
an Süffisanz kaum noch zu überbietendes Fegefeuer der Eitelkeiten
abbrennen.
Es
ist ein schwieriges Unterfangen, ein Episodenwerk, in dem kaum mehr zu
bestaunen ist als ein paar Menschen beim Kaffeetratsch, über 100
Minuten am Leben zu erhalten. Auch "Coffee and Cigarettes" kommt
nicht ganz ohne den ein oder anderen Lehrlauf aus, dennoch funktioniert
der Film auf eine ganz eigene, liebenswürdige Art und Weise. Für
Genussmenschen.
Nicolas Ossberger
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