collateral (OV: dto.)

Start: 24.09.04
Lšnge:120 min
Von: Michael Mann (Regie); Stuart Beattie (Buch)
Mit: Tom Cruise, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith, Mark Ruffalo, Peter Berg, Bruce McGill, Irma P. Hall, Barry Shabaka Henley, Richard T. Jones, u.a.

Michael Mann lässt Tom Cruise zum Profi-Killer mutieren und kommt damit sogar beinahe durch. Mit "Collateral" unterstreicht Hollywoods vielleicht unterschätztester Blockbuster-Stilist erneut seine enorme visuelle Gabe, mit deren Hilfe er sogar Stuart Beatties äußerst dünne Drehbuchvorlage kurzfristig imposant erscheinen lässt.

Der Star von "Collateral" ist jedoch weder Cruise noch sein taxifahrender Counterpart Jamie Foxx, sondern vielmehr das nächtliche Los Angeles. Mit den eiskalten Greifern großstädtischer Anonymität hält der neonverzerrte Urbansumpf seine Kinder umschlungen, ein State of Mind, der selbst in einem Auftragskiller den Wunsch nach sofortiger Umkehr aufkommen lässt. Auftritt Tom Cruise in der Figur des Vincent, eine missglückte Besetzung wenn es jemals eine gab. In Samt und Seide, grau meliert und so aalglatt das es beim Zusehen weh tut, geht es per Taxi von Auftrag zu Auftrag, wider Willen chauffiert von Max (Jamie Foxx), einem Charakterplacebo vor dem Herrn. Kein Wunder also, dass die unerträglichsten Momente von "Collateral" jene sind, in denen die beiden Protagonisten sich auf engstem Raum selbst überlassen sind. Vielleicht auch mit ein Grund, weshalb Mann kurzerhand immer wieder zur Nightcam greift um so seine Figuren kurzerhand zu Statisten einer noch viel größeren Geschichte zu machen, jene der Stadt der Engel.

Neben den gewohnt perfekt inszenierten Action-Sequenzen, sind dies jedoch leider die einzigen Momente, die "Colleteral" zwischenzeitlich aus der Tretmühle des Banalen befreien können. Denn so fulminant der Film optisch auch sein mag, was unter dem Strich bleibt, ist eben doch nur ein inhaltlich sehr simples Thriller-Vehikel.

Nicolas Ossberger