bad boys 2 (OV: dto.)

Start: 10.10.03
Lšnge: 147 min
Von: Michael Bay (Regie)
Mit: Martin Lawrence, Will Smith, Jordi Mollà, Gabrielle Union, Joe Pantoliano, Henry Rollins, Tom Hillmann, Gino Salvano, Bubba Baker, Chris Astoyan, u.a.

Man kann seine Erwartungen gar nicht tief genug ansetzen, wenn es daran geht, sich die neueste Kooperation aus dem Hause Bay und Bruckheimer zu Gemüte zu führen. Mit "Bad Boys 2" ist es dem derzeit wohl mit Abstand erfolgreichsten Gespann der Filmbranche allerdings gelungen, sich in Sachen schmieriger US-Propaganda noch einmal gehörig selbst zu toppen.

Dabei bietet "Bad Boys 2" in der Tat knapp zwei Stunden lang Value for Money, denn wer sich einbildet für Martin Lawrence seine hart erschufteten Euros hinblättern zu müssen, der hat auch nichts besseres verdient als dessen ewig unlustigen Klamauk. Ein Umstand der durch die Anwesenheit von Will Smith natürlich noch potenziert wird, was normalerweise wiederum spätestens nach zehn Minuten zu händeringender Verzweiflung führen würde, wären da nicht diese alle Grenzen der Absurdität sprengenden Materialschlachten. Die Gefahr hier mehr Gehirnzellen als bei einer Vollnarkose einzubüßen ist absolut evident. Und vermutlich ist das auch Teil des größeren Plans, denn was sich innerhalb der darauffolgenden letzten 20 Minuten auf der Leinwand abspielt, spottet in der Tat jeglicher bekannter Form von Intelligenz. Nach Abschluss der eigentlichen Handlung (ähem....), verschlägt es die beiden Helden nämlich zwecks Geiselbefreiung noch nach Kuba, wo sie schnurstracks einen ganzen Slum ausradieren ("Hier leben doch eh nur Drogendealer!"), fröhlich Soldaten umnieten ("Castro beschützt Drogenbarone!") und am Ende natürlich den Bacon homebringen. Joseph McCarthy wäre in diesem Moment wohl sehr stolz gewesen.

Kann man bezüglich des Wechselspiels zwischen tumber Comedy und jenseitig überdimensionierter Action zumindest noch geschmackliche Präferenzen ins Spiel bringen, wird einem ob der politischen Botschaft die einem Bay und Bruckheimer hier (wieder einmal) als die einzig gültige Wahrheit verkaufen wollen einfach nur noch schlecht. Unterhaltungskino 2003, juhe.

Nicolas Ossberger