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die liga der außergewoehnlichen
gentlemen
(OV: the league of extraordinary gentlemen)
Start: 02.10.03
Länge: 112 min
Von: Stephen Norrington (Regie)
Mit: Sean Connery, Naseeruddin Shah, Peta Wilson, Tony Curran, Shane West,
Stuart Townsend, Jason Flemyng, u.a.
Der
"War on Terrorism" macht vor gar nichts mehr halt. Unter fadenscheinigsten
Vorwänden in den jeweiligen Schurkenstaat der Woche einzufallen dürfte
jedenfalls nicht den gewünschten Effekt erzielt haben, denn nun übernimmt
Hollywood unter der Führung von "Blade"-Regisseur Stephen
Norrington das Kommando.
Was oberflächlich
betrachtet vielleicht ein wenig gar arg martialisch klingen mag, entspricht
bei genauerer Betrachtung allerdings leider der traurigen Realität,
denn mit ihren Comic-Alter Egos aus Alan Moores und Kevin O'Neills "The
League of Extraordinary Gentlemen" haben die Figuren hier rein gar
nichts mehr zu tun. Ja, sie hören zwar nach wie vor auf die der viktorianischen
Literatur entliehenen Namen, doch viel mehr als aalglatt zurechtgebügelte
Superhelden aus dem Geheimlabor für Comic-Adaptionen stellen sie
hier nicht mehr da. Keine Spur von Alan Quatermains (Sean Connery) Opium-Sucht
oder Mina Harkers (Peta Wilson) Todessehnsucht. Stattdessen bekommt man
mit Tom Sawyer (Shane West) einen neuen Protagonisten zur Seite gestellt,
dessen einzige Daseinsberechtigung darin besteht, Amerikaner zu sein.
Ebenfalls dem Reigen hinzugefügt wurde die Figur des Dorian Gray
(Stuart Townsend), dessen Addition allerdings wenigstens Plot-technisch
Sinn ergibt. Und so kämpfen die von allen Schattenseiten Befreiten
dafür, dass die Welt ein besserer Ort wird, eine Welt ohne Böslinge
wie Herrn Fantom zum Beispiel, der hier die Rolle des Terroristen in spe
verkörpert.
Und
so ist schlussendlich aus einer mit bissigen Sarkasmus und literarischen
Know-how gewürzten Vorlage ein cleanes Crash-Boom-Bang Filmchen geworden,
das zwar leider hervorragend zur Zeit passt, aber ansonsten außer
jeder Menge CGI-Eyecandy rein gar nichts zu bieten hat.
Nicolas Ossberger
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