tränen der sonne (OV: tears of the sun)

Start: 24.10.03
Lšnge: 121 min
Von:Antoine Fuqua (Regie), Mauro Fiore (Kamera)
Mit: Bruce Willis, Monica Bellucci, Paul Francis, John Messner, u.a.

Bruce Willis legt bekanntlich großen Wert darauf ja nicht durch politische Korrektheit aufzufallen. Von daher war es für den überzeugten Rechts-Außen sicherlich ein harter Schlag, dass ihn, trotz freiwilliger Meldung zwecks aktiver Teilnahme am Geschehen, niemand zur Irak-Invasion mitnehmen wollte.

Als Alternativprogramm hat er sich das nächstbeste Drehbuch geschnappt in dem er im Camouflage-Anzug quer durchs Unterholz robben durfte, was uns wiederum "Tears of the Sun" eingebrockt hat. Willis ist darin als der Navy Seal A. K. Waters zu bewundern, der mit seiner kleinen Kampfeinheit nach Nigeria geschickt wird, um dort eine amerikanische Ärztin (Monica Bellucci) aus den Fängen des gerade vonstatten gehenden Putsches zu befreien. Ja, ab und an macht man es sich schon ein wenig gar arg leicht, wenn es darum geht die Rollenverhältnisse von Gut und Böse zu definieren. Klar ist nur eines: der Auftrag muss erfüllt werden und zwar rasch und präzise. Einheimische Flüchtlinge außer Landes zu fliegen gehört demnach definitiv nicht zur Aufgabe, doch als sich die zu Rettende weigert ihre katholische Mission ohne deren Bewohner zu verlassen, ziehen dunkle Wolken über die Stirn des Kommandanten. Beim Rendezvous mit dem Evakuierungs-Hubschrauber angekommen, entpuppt sich sein Angebot alle mitzunehmen dann auch rasch als reine List um die Ärztin zur Kooperation zu überreden. Soweit so gut, doch als Waters beim Überfliegen der Mission erkennen muss, dass diese dem Erdboden gleich gemacht wurde, beschließt er sich seinen klaren Befehlen zu widersetzen um die an der Abflugstelle Zurückgelassenen per pedes quer durch den Dschungel zur Grenze zu bringen. Seine Mitstreiter sind natürlich so was von mit dabei, ist ja schließlich nur ein Harakiri-Unternehmen mit minimaler Überlebenschance und Aussicht auf ein Kriegsgericht in der Heimat. Keine Frage also, dass der zuerst wie wild tobende und am Ende seine Helden umarmende General nicht fehlen darf.

Wirklich aufschlussreich wird es dann allerdings erst beim Abspann, wo einem unverschämt vor Augen geführt wird, wem man dieses Werk denn nun eigentlich wirklich zu verdanken hat. Mit der Anzahl der am Entstehungsprozess involvierten Militäreinrichtungen könnte man wahrscheinlich im Handumdrehen ein durchschnittliches europäisches Land einnehmen. Fast schon ein Wunder, dass man zur Eintrittskarte nicht gleich auch ein Anmeldeformular für die US Army in die Hand gedrückt bekommt.

Nicolas Ossberger