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master and commander (OV: dto.)
Start: 27.11.03
Länge: 140 min
Von: Peter Weir (Regie)
Mit: Russell Crowe, Paul Bettany, Billy Boyd, James D'Arcy, Lee Ingleby,
George Innes, Chris Larkin, Richard McCabe, Robert Pugh, u.a.
Wenn
sich 20th Century Fox, Miramax Films und Universal Pictures zusammentun
um für 140 Millionen ein Seefahrtepos mit Russell Crowe in der Hauptrolle
zu produzieren, dann riecht das verdächtig nach einem auf Oscar-Abräumung
getrimmten Blockbuster.
Gegen
diese These spricht allerdings die Inszenierung von Peter Weir, der die
Geschichte des Master and Commander Jack Aubrey (Russell Crowe) und seinem
Schiff, die HMS "Surprise", derart gemächlich und detailverliebt
erzählt, dass man sich nur allzu bildlich vorstellen kann, wie einige
Produzenten beim ersten Screening der kalte Schweiß ausgebrochen
ist. Interessant wäre diesbezüglich zu erfahren, wie Weir es
geschafft hat den Studios zu erklären, dass in seinem Film kein Platz
für eine weibliche Rolle wäre. Ausgedacht hat sich den ganzen
Spaß Patrick O'Brian, ein in deutschsprachigen Breitengraden eher
semierfolgreicher Schriftsteller, der Anfang der Siebziger in Großbritannien
und den USA dank seiner 20-bändige "Master and Commander"-Reihe
zum Millionenseller mutierte. Im Zentrum sowohl der Bücher als auch
des Films steht in erster Linie die Männerfreundschaft zwischen Aubrey
und seinem Schiffsarzt Maturin (Paul Bettany), was, angesichts der Prämisse
2,5 Stunden lang Kanonenkugeln en masse um die Ohren geschossen zu bekommen,
durchaus überraschend kommt. Die mehrmonatige Verfolgung des napoleonischen
Kampfschiffes "Acheron" bildet jedenfalls kaum mehr als den
Rahmen für das eigentliche zentrale Thema von Weirs Film: der Alltag
an Board der "Surprise", unter dem Kommando von "Lucky
Jack".
Man
muss Peter Weir zugestehen, dass er durch die Verweigerung inhaltlicher
Konzessionen in Richtung des wohl anvisierten Zielpublikums "Master
and Commander" zu einem interessanteren Film gemacht hat. Gefallen
lassen muss er sich allerdings den Vorwurf die Geschichte künstlich
auf 140 Minuten aufgeblasen zu haben. Hier wäre in der Tat weniger
mehr gewesen.
Nicolas Ossberger
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