matrix: revolutions (OV: dto.)

Start: 05.11.03
Lšnge: 129 min
Von: Andy Wachowski, Larry Wachowski (Buch & Regie)
Mit: Keanu Reeves, Laurence Fishburne, Carrie-Anne Moss, Hugo Weaving, Adrian Rayment, Neil Rayment, Monica Bellucci, u.a.

Wenn einem das kolossale Scheitern von "Matrix:Reloaded" etwas gelehrt hat, dann wohl die Kunst seine Erwartungshaltung hinsichtlich des letzten Teils der Wachowski-Trilogie unter Null zu halten. Wer jedoch 2 Stunden sinnentleerter Ballerei und geistig entrücktem Gebrabbel entgegen gefiebert hat, wird hier seine Erfüllung finden.

"Matrix: Revolutions" setzt die Geschichte Sekunden nach dem Ende des Vorgängers fort. Ein Umstand mit symbolischen Charakter, lässt sich doch anhand des ziellosen Herumirrens der Figuren erahnen, dass die Herrn Wachowski den bei "Matrix: Reloaded" eingeschlagenen Weg konsequent durchzupeitschen gedenken. Was einst ein vielleicht nicht visionäres, aber zumindest funktionierendes (SciFi-)Konzept war, wurde innerhalb kürzester Zeit in einen Moloch aus Jesus-Komplex und hanebüchener Hobbyphilosophie verwandelt. Und so wandelt man, ganz benommen vom über einen hereinbrechenden CGI-Wahnsinn, von einem storytechnischen Supergau zum Nächsten. Im Mittelpunkt von "Matrix:Revoltutions" steht nämlich nicht, wie man eigentlich annehmen sollte, die Erlösergeschichte von Neo (Keano Reeves), sondern die niemals zu enden scheinende Schlacht um Zion. Nicht nur einmal stellt man sich im Verlauf der absurd langen Materialschlacht die Frage, was denn nun eigentlich aus The One wurde. Zum Zeitpunkt, als sich dieser dann endlich leibhaftig für sein Volk opfern darf, ist es um das Kino-Phänomen "Matrix" schon längst geschehen.

Was durchaus das Potential gehabt hätte, mehr als nur eine optisch stilprägende Nuance der Filmgeschichte zu werden, wird sich schlussendlich als weiterer Beleg für die Unreplizierbarkeit des Erfolges in die Schlange unsäglicher Fortsetzungen einreihen. Man würde sich wirklich wünschen, es gebe auch für so manches Kinoerlebnis eine "blaue Pille".....

Nicolas Ossberger