buddy - der weihnachtself (OV: elf)

Start: 12.12.03
Lšnge: 97 min
Von: Jon Favreau (Regie); David Berenbaum (Buch)
Mit: Will Ferrell, James Caan, Bob Newhart, Edward Asner, Mary Steenburgen, Zooey Deschanel, Daniel Tay, Faizon Love, Peter Dinklage, Amy Sedaris, u.a.

Es vergeht kein Jahr in dem uns Hollywood nicht zumindest einen großer Weihnachtsfilm vor die Nase setzt. In diesem Jahr sicherte sich etwas überraschend Jon Favreaus "Elf" den Platz an der Sonne, enwickelte sich die Komödie doch in bester Schneeballsystemmanier innerhalb weniger Wochen vom sympathischen Außenseiter zum Kassenknüller.

Allzu viel Ursachenforschung ob des großen Erfolges wird dennoch nicht nötig sein, denn wer Subversives erwartet ist hier definitiv falsch. Dafür ist "Buddy - der Weihnachtself" der Beleg dafür, dass man auch Kinderfilme machen kann, ohne dabei die Zielgruppe beleidigen zu müssen. Selbstredend sind die Rollen hier nach Schema F klar verteilt und auch der gerettete Christmas Spirit darf am Ende nicht fehlen, dennoch lässt Favreau die Geschichte nicht im hinter djeder Ecke lauernden Kitschsumpf versinken. Tatkräftige Unterstützung erhält er dabei vor allem durch Will Ferrell, seines Zeichens wahrlich kein Kind von Traurigkeit und deshalb gerade zu prädestiniert für die Rolle des 30jährigen Buddys, der beschließt, nachdem er 30 Jahre bei Elfen am Nordpol gelebt hat, seinen leiblichen Vater in New York zu besuchen. Die Katastrophe ist vorprogrammiert, denn ein 1'92m großer, erwachsener Mann im Elfenkostüm mit der Naivität eines Kindes hat der Stadt im Allgemeinen und Walter (James Caan) im Besonderen gerade noch gefehlt.

Schlussendlich ist "Elf" anrührend genug um problemlos als Weihnachtsfilm für die gesamte Familie durchzugehen, besitzt aber dank Ferrell noch genügend Irrwitz und Ironie um auch für überzeugte Weihnachtshasser und Feel Good Verweigerer erträglich zu bleiben.

Nicolas Ossberger