s.w.a.t. (OV: dto.)

Start: 05.12.03
Lšnge: 116 min
Von: Clark Johnson (Regie); Ron Mita, Robert Hamner (Buch)
Mit: Samuel L. Jackson, Colin Farrell, Michelle Rodriguez, LL Cool J, Josh Charles, Jeremy Renner, Brian Van Holt, Olivier Martinez, u.a.

Man durfte gespannt sein, auf Clark Johnsons großes Kinodebüt. Als Regisseur von "The Shield" und nach Einsätzen für Hit-Shows wie "The Wire" oder "Homicide: Life on the Street", hatte er sich im Laufe der Jahre zu einem echten Spezialisten für actiongeladene Cop-Dramen mit Hirn gemausert.

Ein 80 Millionen Dollar Budget später ist davon allerdings leider nichts mehr zu sehen. Trotz des für ein Debüt enorm großen finanziellen Spielrahmens und einer mehr als hippen Cast, kommt "S.W.A.T." nie über eine beschauliche Durchschnittlichkeit hinaus. Die Story ist dünn, die Witze flach und selbst das eigentliche Verkaufsargument, die Action, sieht im Vergleich zu "Terminator 3" oder dem Jerry Bruckheimer Projekt der Woche altbacken aus. Erschwerend kommt hinzu, dass man beim Schreiben des Drehbuches offenbar vergessen hat, den Hauptfiguren so etwas wie eine Identität zu verpassen, kommt man sich doch manchmal so vor, als wäre man bei einem Schaulaufen ausrangierter Stereotypen gelandet. Ein Umstand der sich auch auf die Motivation einiger Stars ausgewirkt zu haben scheint, denn so gänzlich ohne Feuer hat man Leute wie Colin Farrell, Michelle Rodriguez oder Samuel L. Jackson schon lange nicht mehr gesehen. Davon, dass LL Cool J außer Bauchmuskelanspannen keine nennenswerten Aufgaben besitzt, ganz abgesehen. Selbst prinzipiell vielversprechenden Ideen mit gehörigem Rabatzpotential - Superkrimineller verspricht demjenigen der ihn aus dem Gefängnis befreit 100 Millionen Dollar, schon sind sämtliche Gangster Los Angeles auf der Straße - wird so halbherzig nachgegangen, dass schlussendlich die Teilnahmslosigkeit siegt.

So hantelt man sich durch nicht gerade atemberaubende zwei Stunden, die nach nicht unrasantem Start fortwährend an Fahrt verlieren und schlussendlich vor der großen Aufgabe mitreißende Action produzieren zu wollen in die Knie gehen. Was zumindest in den USA aber niemanden abgehalten zu haben scheint, mit knapp 120 Millionen Umsatz an der Box Office zählt "S.W.A.T." zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres 2003.

Nicolas Ossberger