| anacondas: die jagd nach der blut-orchidee
(OV: anacondas: the hunt for the blood orchid)
Start: 08.12.04
Länge:97 min
Von: Dwight H. Little (Regie)
Mit: Matthew Marsden, Maria Theodorakis, Karl Yune, Johnny Messner, Morris
Chestnut, Eugene Byrd, Nicholas Hope, Peter Curtis, Nicholas Gonzalez,
u.a.
Horrorflick,
Treasure Hunt Movie, Monsterparty? Who cares! Wer mit solch stolzgeschwelter
Brust derartig geistlosen Spaß unters Volk bringt, dem sei der Mangel
an Kohärenz einfach einmal vergeben. Wer sich anno '97 beim Ice Cube
- Vorgänger "Anaconda" schon prächtig amüsieren
konnte, wird auch hiermit seine Freude haben.
Dwight
H. Little ist ein durch seine jahrelange Regiearbeit im US-TV geprägter
Mann. "John Doe", "Veritas", "The X-Files",
"Millennium", "The Practice", "Wolf Lake"
- mit ein wenig guten Willen kann man in "Anacondas" Einflüsse
aus jeder dieser Serien entdecken, was der fröhlichen Dschungeltour
eine durchaus sympathische Absurdität verleiht. Zum einen wird einem
hier nämlich das klassische Horror-Szenario geboten, mit einer Gruppe
gutaussehenden Menschen, schön nach Ethnie, sozialer Stellung und
moralischer Zweifelhaftigkeit ausgewählt, die sich durch unbekanntes,
unfreundliches Terrain schlägt. Jeder der in seinem Leben mehr als
zwei Slasher-Movies gesehen hat, wird die Todesreihenfolge blind vorhersagen
können. Zum anderen setzt der Film aber auch ganz mächtig auf
den Indiana Jones Faktor, den eigentlich ist ganze Angelegenheit ja eine
Abenteuer-Expedition, mit dem Ziel der Auffindung des heiligen.... äh
der sogenannten Blutorchidee. Super Blume, total wichtig, mehr muss man
nicht wissen. Tja, und als wäre das alles noch nicht genug, gibt
es natürlich auch noch das namengebende Seemonster, dessen alleinige
cineastische Funktion allerdings darin besteht, die Übergänge
zwischen den einzelnen Schauplatzwechseln ein wenig unterhaltsamer zu
gestalten.
Kurzum,
"Anacondas" ist eine sehr kurzweilig ausgefallene Angelegenheit,
die, trotz inhaltlicher Direct2Video-Mentalität, Dank Littles äußert
nonchalanter Herangehensweise ans klassische Genrekino - und einer bewusst-reißerischen
Inszenierung - so manches überproduziertes Superstarvehikel partytechnisch
in den Schatten stellt.
Nicolas Ossberger
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