ong-bak (OV: dto.)

Start: 16.12.04
Lšnge:104 min
Von: Prachya Pinkaew (Buch & Regie)
Mit: Phanom Yeerum, Petchtai Wongkamlao, Pumwaree Yodkamol, Suchao Pongwilai, Wannakit Sirioput, Chatthapong Pantanaunkul, Erik Markus Schuetz, David Ismalone, Nick Kara, Chatewut Watcharakhun, u.a.

Wir erinnern uns, die Achtziger. Jean-Claude Van Damme, Michael Dudikoff. Bloodsport, American Fighter. Willkürliche Kampfsituationen, dargeboten im Widerschein Underdog-lastiger Ein-Mann Missionen. Mit "Ong-Bak" tritt nun eine thailändischer Produktion an das Genre fit für's neue Jahrtausend zu machen.

Obwohl es sich bei "Ong-Bak" um eine komplett asiatische Produktion handelt, ist der West-Appeal an jeder Ecke spürbar. Die Fights sind mit schweren Beats musikalisch aufgepeppt, das ständige repetieren einzelner Action-Sequenzen lässt vermuten, dass sich Regisseur Prachya Pinkaew eigentlich schon im Second Unit Sessel von Michael Bay sieht. Dem gegenüber steht mit Tony Jaa einer der aufgehenden Sterne am asiatischen Martial Arts Himmel. Ihm, und nur ihm, ist es zu verdanken, das "Ong-Bak" zumindest als reiner Kampfsportfilm funktioniert. Denn während Optik, Story und Nebendarsteller sich rasch als konstantes Ärgernis entpuppen, besitzt Jaa nicht nur alles was nötig ist um in einer von Spezialeffekten und Hängeseilen völlig freien Produktion seinen Mann zu stehen, sondern auch genügen Leinwandpräsenz um die im sicheren Dunkel des Kinosaals mitboxende Menge bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Das macht "Ong-Bak" zwar leider nicht zu einem besseren Film, den Ansprüchen eines B-Movies der eingangs erwähnten Sorte wird er so aber immerhin gerecht.

Man muss kein Prophet sein um vorherzusehen, dass "Ong-Bak" schon bald nur noch als Randnotiz in Tony Jaa's Biographie aufscheinen wird. Trotz überraschend großer internationaler Aufmerksamkeit, hat der Film einfach viel zu wenig zu bieten um cineastisch zu überdauern. Für Freunde der Filigran-Verprügelung only.

Nicolas Ossberger