Saga
House Of Cards
(SPV/Edel)

1975 taten sich drei Kanadier zusammen die Musikwelt zu erobern. "Wir spielen progressiven Rock, aber ohne Etikettierung", stellt Bassist Jim Crichton fest. Zu ihm gesellten sich Steve Negus (drums) und der Sänger Michael Sadler. Man nannte sich Pockets und verschwor sich eben dem Prog-Rock. 1978 verstärkten Ian Crichton und Peter Rachon (keyb.) die Band, die sich nun in Saga umtaufte und fortan klassizistischen Keyboard Rock bevorzugte. Geprägt von elektronischem Orgelsound, Syntheziser und Computer mit Texten aus der Fantasy-Welt, war die reale in Kanada und vor allem in Deutschland und Skandinavien schnell erobert. So war es dann auch nicht wirklich überraschend als Saga im Vorprogramm von Styx auf ihrer ersten Deutschland Tournee 1980 die anderen durch eine perfekt gestylte Bühnenshow und Wagnerianischen Klangbildern an die Wand spielten. Es folgten zehn erfolgreiche Jahre mit fast ebenso vielen Tonträgern. Rückläufige Verkaufszahlen führten 1989 zur vorübergehenden Trennung, die 1993 mit dem Security Of Illusion wieder aufgehoben wurde. Man hatte mit schöngeistigem Techno-Rock eine Fangemeinde aufgebaut, die es nun zu erweitern gilt, was Saga mit dem vorerst letzten Album House Of Cards sicherlich auch gelingen wird. Die immer etwas unterkühlt klingenden aber durchaus eingängigen Harmonie- und Melodiefolgen, flink und kapriziös vom Tastenmann Jim Gilmour vorgetragen, sollten auch einem neuen jüngeren Publikum zugänglich sein. Und daß Crichton Saga ist, muß nach zwanzig Jahren nicht mehr unter Beweis gestellt werden. Wenn die alten Weggefährten Styx mit einer Single Collection aufwarten fällt Saga allemal etwas neues ein.
(space cap)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

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