Catatonia
Paper Scissors Stone
(Warner)

Wie formvollendet und gleichzeitig mit hintergründigem Charme verzaubernd Britpop doch sein kann, führen uns die Waliser Catatonia eindrucksvoll auf ihrem neuen Album vor. Angestiftet von ihrer vollkehligen Frontfrau Cerys Matthews zieht sich die Band mit Paper Scissors Stone an deren blonder Löwenmähne aus dem kurzfristigen Tief. Nach dem Blackout beim Konzert in der Sheffield Arena, als man 1998 das Vorprogramm der Manic Street Preachers spielte, war definitiv Ruhe und Erholung angesagt.
Musik ist Magie, eine Feststellung die ganz besonders auf die 14 Songs, die nahtlos wie kunstvoll geschliffene Edelsteine in ihrer soliden Fassung zu Gliedern einer in sich stimmigen Kette wachsen, zutrifft. Wenn alle Konflikte und Auseinandersetzungen geklärt und aus dem Weg geräumt sind, kann die logische Konsequenz und Schlußsequenz nur die Line >>cos everyone´s a winner, baby<< sein. Hat die mit ihrem Sarkasmus wieder zu voller Power zurückgefundene Miss Matthews auf dem dornigen Weg dorthin mit Songs wie "Fuel" >>go and tell the captain there´s no water left to navigate<<, "Is Everybody Here On Drugs" oder mit >>for those who won´t and never will songs sounds blue<< in "Beautiful Loser" alle Höhen und Tiefen kreativen Wahnsinns durchgemacht. Allein der von sentimentalen Streichern getragene machtvoll dahinfließende Opener "Godspeed" läßt das positive Resümee erahnen, zu dem die Odysee führen soll. >>I´ve seen faces in high places<<. So soll es auch sein, denn mit dem alten, nie aus der Mode gekommenen Spiel aus unvergessenen Kindertagen, haben sich Catatonia wieder in die Riege der ganz Großen des neubelebten Britpop eingereiht.
(space captain)

zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.