Cypress Hill
Stoned Raiders
(Columbia/Sony)

Während sich Stefan Raab oder Afroman eher etwas verspätet und ein wenig unbeholfen aber nicht weniger amüsant mit dem Thema "Legalize It" beschäftigen, sind da Cypress Hill seit ihrer Gründung 1988 in L.A. schon aus ganz anderem Hanf geschnitzt. Gehören sie doch mit ihren oft selbstironischen Kampagnen und dem typischen Funk/Rap-Sound aus schleppenden Beats, nörgelnden Vokalphrasen, schweren Bassläufen und der eigenwil

ligen Samplingtechnik mit Sitar, Streicher und Glockenspiel zu den Protagonisten dieses nicht unberechtigten Gedankenguts. Vor allem jedoch musikalisch bieten Sen Dog, B-Real, DJ Muggs und Bobo mit ihrer latinolastigen Fusion von HipHop und Rock eine willkommene Abwechslung zur etwas festgefahrenen US Gangsta-Scene. Besonders gelungen auf ihrem bisher aufregendsten und abwechslungsreichsten aktuellen Album Stoned Raiders mit den Hits "Trouble" & dem Überswinger "Lowrider". Konzeptiert und ins Hirn fräsend grooven die vierzehn Tracks kaleidoskopartig durch die highe Stratosphäre, wie immer mit megafetten Beats drivend, mal melancholisch "Memories", dann wieder bombastisch "It Ain´t Easy", vor allem aber eingebettet in typische CH Refrains, eine der vielen Qualitäten der Chaps. Dank Abkehr von müden HipHop Klischees und Vermeidung schnulziger R&B Phrasen, ein Leckerbissen für alle Cypress Hill Freunde und eine Chance für alle HipHop Aversionisten sich dem Rap zu öffnen und dieser musikalischen Weltanschauung näher zu kommen. (space captain)

zum archiv

0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.