Alicia Keys
The Diary Of Alicia Keys
(BMG)

Schon mit ihrem genialen Vorgänger Songs In A Minor (BMG 2001) schafft sich Alicia Keys eine individuelle Nische in der vielfältigen R’n‘B Landschaft. Traditioneller Motown Sound in modernem Produktionsgewand ist das soulige Erfolgsrezept. Dazu fundiertes Pianospiel, kombiniert mit einer überdurchschnittlichen wandlungsfähigen Stimme (beides durch nie aufgegebenen Unterricht weitergebildet) und erlesenen Songmaterials, das sich nun auf dem aktuellen Album The Diary Of Alicia Keys fortsetzt.
Vom alten Branchenhasen Clive Davis (u.a. Janis Joplin, Pink Floyd, Springsteen oder Dido) gefördert und in ihrer eigenen Produktionsarbeit vom toughen Jeff Robinson unterstützt, sind abermals 15 Kompositionen entstanden, die ihresgleichen suchen. Soulige Klavierklänge, errichtet auf einem Fundament präziser Drums und dunklen Bass–Linien werden vom spröden Timbre der klaren Stimme überlagert und gospelträchtige Background–Vocals schaffen groovende Dichte. Die immense Bandbreite und schöpferische Kraft einer Alicia Keys zeigt sich in so unterschiedlichen Songs wie der Bearbeitung des Burt–Bacharach– Klassikers „Walk On By“, der eine glänzende Metamorphose zu „If I Was Your Woman“ erlebt, über You Don’t Know My Name“, einer Hommage an die schillernde Soulära der späten 60er und frühen 70er Jahre, bis zur von Timbaland produzierten Funk–Hymne „Heartburn“. So wirkt es durchaus nicht überheblich, wenn die erst 22jährige stolz verkündet: „Bisher habe ich mich erst warm gemacht, das Beste liegt noch vor mir“.
(space captain)

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0 = zu kurz eingesetzt
1 = absoluter beginner, fußball-schuhe abgeben
2 = unterliganiveau
3 = ab auf die bank
4 = mehr recht als schlecht
5 = licht & schatten
6 = unterm strich ein plus
7 = ein lichtblick
8 = hut ab
9 = schneckerl, schau' her
10 = solche kicker braucht das land

notenschluessel courtesy of täglich alles.