Bloc Party
Silent Alarm
(V2)


Das "Band der Stunde"-Syndrom ist zurück. Bloc Party waren letztes Jahr die Ersten, die sich an die Fersen des Erfolgs von Franz Ferdinand heften konnten und mit ihrer selbstbetitelten Debüt-EP dementsprechend auf die ungeteilte Gegenliebe der britischen Musikpresse zählen konnten.

Mit "Silent Alarm" folgt nun das erste Album der Londoner und schon nach den ersten Takten ist klar, hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Bis zur Sterilität glatt produziert, reiht sich Hit an Hit, der Bass dominiert und Sänger Kele Okereke liefert die wohl beste Robert Smith Impersonifizierung ab die man derzeit für Geld kaufen kann.

"Banquet" und "Helicopter" fügen sich ohne weiteres in die Struktur des Albums ein, was den Schluss nahe legt, dass man hier im Grunde wohl wahllos jeden Song auskoppeln könnte - er würde zwangsläufig zum Hit mutieren. Ein Kompliment mit Schattenseite, grenzen die songschreiberischen Qualitäten der Band doch phasenweise schon ans Beliebige.

"Silent Alarm" wird ohne Zweifel international Erfolge feiern, nicht zuletzt deshalb, weil Bloc Party keinen großen Hehl aus ihren Einflüssen ( New Order, The Smiths, Gang Of Four) machen. Das mag den Briten zwar nicht unbedingt einen Platz in der Indie-Pop-Historie sichern, die einschlägigen Tanzflächen werden 2005 jedoch unter Garantie ihnen gehören.

Nicolas Ossberger