Graveworm
(N)Utopia
(Nuclear Blast)


Der erste Eindruck täuscht, denn auch wenn uns Graveworm mit dem Opener ihres neuen Albums "(N)Utopia" anderes glauben machen wollen - die bitterbösen Black Metal Zeiten der Südtiroler scheinen endgültig Geschichte zu sein. Wie man am Vorgänger "Engraved in Black" bereits erkennen konnte, geht der Weg ganz klar in Richtung Melodic Death Metal, eine Entwicklung, die Stefano Fiori und Co. durchaus zu Gesicht steht.

Wartet der erste Song "I - The Machine" noch mit handelsüblichen Blastbeats auf, verrät der nachfolgende Titeltrack wohin die Reise wirklich geht. Simple Hooks, flotte Double-Bass und ab dafür. Das funktioniert in den meisten Fällen prächtig ("Hateful Design") und lässt der Band auch Spielraum für das ein oder andere mal mehr mal weniger gelungene Experiment.

Denn während der Ausflug ins sich hymnisch Schleppende mit "Timeless" durchaus Charme und jede Menge Crossover-Appeal besitzt, geht der Ausflug in Sachen Nu-Metal-Riffing bei "Never Enough" eher nach hinten los. Gelungener da schon die Goth-Rock-Allüren bei "Which Way".

Um zur nächsten Blast-Attacke zu gelangen, muss man jedoch bis zum vorletzten Track "Outside Down" skippen, ein Umstand, der für den ein oder anderen eingefleischten Fan möglicherweise zuviel Fortschritt auf einmal bedeuten mag, "(N)Utopia" insgesamt aber zu einer, bei einer Spieldauer von knapp 39 Minuten sprichwörtlichen, kurzweiligen Angelegenheit macht.

Nicolas Ossberger